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Nahrmigsflüsslgfcit, Blut.
Farbstoff. — Die Analysen sind auch, was den Stickstoff be-trifft, unrichtig; der Stickstoffgehalt kann unmöglich so großsein.
Hinsichtlich der rothen Farbe, welche venöses Blut durchGlaubersalz- und andere Salzauflösungen annimmt, habenRoucher und Coulier*) dasselbe mitgetheilt, was wir davonp. 352 u. f. bereits angegeben haben. Die Luft hat hierbei kei-nen Einfluß, denn unter einer Oelschicht nimmt venöses Blutdurch Glaubersalz auch die Farbe des arteriellen Bluts an.Arseniksaures Natron, Zucker, Chlorkalium, Jodkalium und an-dere Salze haben dieselbe Eigenschaft. Kohlensäure, durch miteiner Oelschicht bedecktes Blut geleitet, machte das Blut schwarz,und Glaubersalz, nach 24 Stunden hinzugefügt, stellte dieFarbe nicht wieder her, weil die Blutkörperchen durch dieKohlensäure aufgelöst worden waren.
Roucher und Coulier theilen noch andere Versuchemit, die von Wichtigkeit sind. Sie leiteten Wasserstoffgas durchBlut, das mit Oel bedeckt war; das Blut wurde dadurchdunkler, venösem Blut ähnlich, jedoch weniger dunkel, als durchKohlensäure. Glaubersalz, diesem Blut hinzugefügt, machte esHeller, ohne die Farbe des arteriellen Bluts ganz wieder her-zustellen. Die Blutkörperchen waren hierbei nicht verschwundenund nahmen, sobald sie der Luft ausgesetzt wurden, eine rotheFarbe an.
Der Wasserstoff hatte hier den Sauerstoff aus dem Blutverjagt (s. die Versuche von Magnus bei Athmen), unddas Glaubersalz konnte daher in seinem Vermögen, die Hüllender Blutkörperchen dichter zu machen — weißer und dadurchden dunkeln Farbstoff röther durchscheinen zu laffen, —nicht durch Sauerstoff unterstützt werden, welcher von Naturim Blut aufgelöst ist und durch welchen sonst eine Orydation
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Annuaire de chimie. fvS47. y. 736.