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Nahrungsflüssigkeit, Mut.
aufhellen, was wir über die Ursache der Farbenverändcrungdes Bluts im Früheren und hier oben mitgetheilt haben, müssendie von Harleß*) genannt werden. Während er die beidenDurchmesser der Blutkörperchen in Sauerstoff — 0,011 und0,007 fand, fand er sie in Kohlensäure — 0,014 und 0,009,Sauerstoff machte den äußersten Umfang der Blutkörperchenundurchsichtig und scharf, das ganze Häutchen granulös; Koh-lensäure machte den Umfang rund und die Granulation ander Oberfläche verschwinden; das Häutchen war durchscheinend,und nach einiger Zeit wurde es ausgelöst. **)
Fassen wir diese Wahrnehmungen von Harleß in demSinne auf, in welchem wir diesen Gegenstand im Früherenund hier oben stets betrachtet haben, so kommt es daraufhinaus, daß alles, was den dunkelbraunen Farbstoff unverän-dert durch die Umhüllungen der Blutkörperchen durchscheinenlassen kann, die Blutfarbe dunkel, alles was die Umhüllungenweiß macht, die Blutfarbe roth erscheinen läßt. ***)
*) Dissert. über den Einfluß der Gase auf die Form der Blutkörperchen von Rana Otem-poraria. Erlangen . Auch in Scher er'8 Jahresbericht, 1847, S. 154.
**) S. auch Nasse in Wagner's Handw. Bd. 1, S- 97.
***) Die Beweise von Scher er (dessen Jahreßb., 1648, S. 35), daß Fibrin und Blut-körperchen Sauerstoff aufnehmen, können nicht als gültig angesehen werden. Nachzwei und mehr Lagen beginnen solche Körper stets zersetzt zu werden. Nach Rees (['Institut, 1848, Nr. 771 it. 772) soll der Unterschied zwischen venösem und arte-riellem Blut bestehen in einem phosphorhaltigen Fetten und Phosphaten. Das ve.nöse Blut soll in den Blutkörperchen ein phosphorhaltiges Fett und in Serum keinePhosphate haben, wahrend das arterielle Blut Blutkörperchen haben soll ohne phvs«phorhaltigeS Fett, dagegen im Serum phosphorsaure Salze der Alkalien.
Mit solchen Sachen ist der Wissenschaft schlecht gedient; keine einzige Wahrneh-mung Anderer bestätigt diesen Ausspruch.
Nach Liebig (Thierchemie) ist die Sache anders. Werden die Blutkörperchen, inWasser vertheilt, mit einer Auflösung von Schwefelkalium oder Schwefelammoniumzusammengebracht, so verwandelt sich die rothe Farbe in dunkelgrün, oder in dieFarbe, welche in einer Flüssigkeit vertheiltes Schwefeleisen besitzt. Hierdurch wirdnach ihm angedeutet, daß die Blutkörperchen zweites Eisenoryd besstzen. Indemnun das Hamatin eine Verbindung einer organischen Gruppe mit Eisenoxyd ist, sokann dieses Deutoxyd in Protoxyd verwandelt werden und wahrscheinlich auch wohlmit Säuren in Verbindung kommen. Er meint, daß im venösen Blut wohl kohlen-saures Eiscnoxidul mit der organischen Gruppe vorkommen und dieses hei der Um-wandlung des venösen in arterielles Blut in Eisenoxyd, stets mit der organischenGruppe vereinigt, verwandelt werden kann.