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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Nahrmigsflüssigkeil, Blut. 1081

Es besteht wahrscheinlich ein kohlensaures Globulin, wor-über hier unten bei Albumin gehandelt werden soll; es mußlöslicher sein wie von Kohlensäure freies Globulin.

Außer dem Hämatin unterscheidet Simon" einen an-dern Farbstoff im Blut, den er Hämaphacin nennt"). Ein-getrocknetes Blut wird mit kochendem Wasser ausgelaugt, wie-der getrocknet und zu Pulver gerieben. Dieses zieht man mitAether aus, so lange dieser noch etwas aufnimmt. Das Un-gelöste wird mit kochendem Alkohol von 0,833 behandelt, wel-chem ein wenig Schwefelsäure zugesetzt ist, die Lösung mitkohlensaurem Ammoniak gesättigt und abdestillirt, gerade sowie bei der Darstellung von Hämatin. Der Rückstand in derRetorte wird mit Aether behandelt, welcher dadurch braunwird, dann das Zurückbleibende mit Wasser ausgezogen, wel-cher sich dabei gelb färbt. Endlich wird es mit Alkohol aus-gezogen, welcher Blutbraun nicht Blutroth auflöst. Nach Ver-dampfung des Alkohols kann kalter Alkohol bloßes Blutbraunaufnehmen.

Das Hämaphacin ist ein brauner Körper, welcher beihöherer Temperatur, ohne zu schmelzen, sich zersetzt, ammoni-akalische Producte giebt und mit Flamme verbrennt. Es bleibtdabei wenig Asche zurück, und in dieser Asche ist kaum eineSpur von Eisen. In kochendem Wasser ist eS mehr oderweniger löslich, in Alkohol ist es in der Kälte schon leichtlöslich, auch von Aether wird es aufgelöst; in Wasser löst essich leicht bei Gegenwart von Alkali. Es läßt sich mit den

So sollte es fein können; aber es sollte auch anders sein können, nämlich so,daß das in dem Sulfuret enthaltene Alkali einfach die Hüllen der Blutkörperchengelatinös macht, so wie Essigsäure und Schwefelsäure, und daß dadurch die Farbedes Bluts dunkler wird, so wie Säuren dies verursachen. Dunkelgrün wirddie Blutfarbe durch Schwefelkalium oder Ammonium nicht, sondern sie wird wie dieFarbe des venösen Bluts. Bloßes Kali bewirkt dasselbe.

+) Handb. der angew. med. Chemie, Bd. l, S. 323.

it) Ob gelber Gallenfarbftoff im Blute vorkommt, wie Di'iiis meint, muß itoch Unter»suchnngen zu entscheiden überlassen werden.