Nahrungsflüssigkeit, Blut. 1093
kocht werden. Beim Fibrin bekommt man in dieser Zeit nurSpuren einer in Wasser gelösten Substanz, bei Ansteckungs-kruste 14 Proc. und durch fortgesetztes Kochen mehr, danngiebt das Fibrin diesen Stoff aber auch in reichlicherer Menge,wenigstens wenn das Kochen z. B. 40 Stunden lang fortge-setzt wird. — Durch langes Kochen an der Luft wird das Fi-brin in der That orydirt und Tri-Oryprotein daraus gebildet,welches nach meinen letzten Untersuchungen*) mit Ammoniakverbuitdeu als eine saure Verbindung, die folgende Zusammen-setzung hat (C — 75,12):
C — 72 - 51,1II — 114 — 6,6N — 18 — 14,60 — 30 — 27,7
— 2 (C36 II50 Ng O13) Z- N2 HgO -(- 3 HoO.
Es ist dieser Stoff, welcher mit dem Fibrin verbundendie Ansteckungskruste bildet und wodurch der niedrigere Kohlen-stoffgehalt der Ansteckungskruste bedingt wird. Er ist in Wasserleicht löslich, und wird, wenn man die Ansteckungskruste mitWasser kocht, in beträchtlicher Menge daraus aufgelöst.
In Pferdeblut muß also immer Tri-Oryprotein gefundenwerden, und da Ansteckungskruste, wenigstens Krusten, diedaran grenzen, sehr leicht auf Menschenblut vorkommen, istdas Tri-Oryprotein ohne Zweifel ein im Blut nie ganz feh-lender Körper; es muß unter den ertractartigen Körpern deSBluts sich finden.
Was nach Entfernung des Tri-Oryprotcins durch war-mes Wasser von der AnstcckungSkruste übrig bleibt, hat dieZusammensetzung deö Fibrins, und mag mehr oder wenigerals coagulirtcö Fibrin angesehen werden. Ansteckungskrusteist oftmals reich an ungefärbten Blutkörperchen.
') Scheik. Onilerz Peel IV. p. 283.