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Nahrungsflüssigkeit, Blut.
lumkörncr sind daher im Blut derjenigen Thiere zu erwarten,die ungelöstes Amylum genießen. Es dürfte jedoch schnell inDextrin umgesetzt und dieses auch schnell in Zucker verwandeltwerden.
Daher denn ohne Zweifel eine Quelle von Zucker indem Blut bei den Herbivoren, namentlich bei den Amylivorcn.Aber auch bei den Carnivoren muß Zucker im Blut vorkom-men, denn — wie wir bei der Milch sehen werden — eskommt in der Milch von Carnivoren Zucker vor.
In der Substanz der Leber haben Bernard und Bar-reswil in reichlicher Menge Zucker gesunden.*) Sie gebenan, daß dieser Zucker von der gebrauchten Nahrung unabhän-gig ist und in der Leber von Thieren gefunden wird, die kei-* nen Zucker oder Amylum genossen haben, aber die lange aus-schließlich mit thierischem Futter genährt wurden. — Bestätigtsich diese Wahrnehmung, so wird dadurch die Zersetzung desLeimzuckers, eines Zersetzungsproductcs von leimgebendem Ge-webe und von Protcinverbindungen, in Harnstoff und Zuckernoch näher aufgeklärt. Der Harnstoff geht durch die Nierenaus dem Körper, der Zucker dient als Nahrung. — Es istbemcrkenswerth, daß dieser Zucker gerade in der Leber gefun-den wird, worin Leimzucker mit einem Zersetzungsproductder Fette (Fellinsänre rc.) festgelegt wird zu Cholsäure (s.p. 1042 .)
Milchsäure. Diese Säure macht nach Berzeliuseinen Bestandtheil des Bluts aus, was später von Ender-kin in Abrede gestellt ist.**) Aber wer kennt nicht die Ge-schichte der Milchsäure? Im Magen schon kommt sie vor,beim Genuß von Milchzucker wird sie in reichlicher Menge ge-bildet werden. Sie ist von Berzelius in beträchtlicher Menge