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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Nahrmigsflüsfigkeit, Blut. 1111

feit mit einer Säure neutralisirt, verdampft und den Rückstandmit Alkohol auszieht, welcher den Zucker auflöst und ihn nachdem Verdunsten zurückläßt.

Beim Genuß von Mehlspeisen ist es wohl bewiesen, daßsie während der Speiseverarbeitung in Dextrin und Zuckerverwandelt werden, und eS war als wahrscheinlich anzusehen,daß aller Mehlstoff endlich als Zucker ins Blut übergeführtwerde. Aber der Beweis dafür war noch nicht geliefert.Thomson (Ann. d. Chem. u. Pharm. Mai 1845, S. 224)hat zu beweisen gesucht, daß von genossenem Amylum Zuckerin das Blut übergeht. Ein Schwein, welches 12 Stundenlang gehungert, darnach Graupen (grutton) genossen hatteund 3 Stunden nach der Mahlzeit geschlachtet wurde, lieferteBlut, worin nach Thomson auf 1000 Th. 2,57 Th. Zuckerenthalten waren; ein zweiter Versuch gab ungefähr die doppelteMenge. Der Versuch von Thomson liefert indeß für dieGegenwart von Zucker in Blut keinen positiven (hoegenaamd)Beweis. Er fügte nämlich dem durch die Luftpumpe vonKohlensäure befreiten Blut Hefe hinzu, fing die hierdurch ent-wickelte Kohlensäure in Barytwasser auf und berechnete auödem Gewicht des kohlensauren Baryteö die Menge desZuckers. Wer steht unS indeß dafür, daß auf diese WeiseZucker und nichts anderes als Zucker aus dem genossenenAmylum gebildet worden ist? Es sind mehrere Stoffe in demBlut vorhanden, die vielleicht unter dem Einfluß von HefeKohlensäure geben können. Wir zweifeln darum jedoch nichtan der Gegenwart von Zucker in Blut.

Dextrin dürfte auch im Blut vorkommen, nach Ma-gendie, (p. 953) lind seit es sich gezeigt hat, daß auchsein vertheilte, nicht aufgelöste Körperchen in'S Blut übergehen"können, hat DonderS*) Amylumkörner im Blut gefunden,die mit Jod die wohlbekannte Reaclion zeigten. Diese Amy-

*) federe. Lancet 1849.