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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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kommt, daß es nicht neutral, ja selbst sauer wird von derKohlensäure, welche stets im Ueberfluß damit in Berührungist? Die Antwort hierauf ist: selbst durch Kohlensäure imUeberfluß kann kohlensaures Kali oder Natron keine saure Re-action bekommen.

Tiedemann und Gmelin hatten bereits vor langerZeit angegeben, daß das Blut mehr Kohlensäure von sich giebt,wenn es, mit Essigsäure gemischt, in den luftleeren Raum gebrachtwird, als wenn dies ohne Essigsäure geschieht. Sie schloffendaraus, daß das Blut sowohl kohlensaure Salze als freie Koh-lensäure enthalte; bei venösem Blut fanden sie unter diesenUmständen größere Verschiedenheiten, wie bei arteriellem. Esblieb jedoch noch ein Zweifel übrig, ob aus diesem Versucheauf die Anwesenheit von kohlensauren Salzen geschlossen wer-den könne, weil das Blut in jedem Fall Kohlensäure als Gasaufgelöst enthält und die Löslichkeit dieses Gases bei Gegen-wart von Essigsäure im Blut wohl geringer sein könnte, alswenn diese Säure nicht vorhanden ist. Ein anderer vonihnen angestellter Versuch führte auf folgende Weise 7zueinem verschiedenen Gehalt an Kohlensäure für venöses undarterielles Blut- Sie vermischten venöses und arterielles Blut,jedes für sich, in einer Retorte mit Essigsäure, erwärmten imWasscrbade und singen die entweichende Kohlensäure in Baryt-wasser auf. 100 Th. venöses Blut lieferten so 0,123 Th.Kolllensäure und 100 Th. arterielles Blut 0,083 Th. Aberauch hier konnte ein Theil von der freien Kohlensäure her-stammen und war also für die Kohlensäure der Carbonatenichts bewiesen.

Darauf führte v. Enschut auf eine bessere Weise einenVersuch aus'*). Er schüttelte Blut mit Wasserstoffgas in einerFlasche und fügte vorher Essigsäure hinzu. Nachdem die Flascheunter Quecksilber geöffnet war, trat Gas aus derselben mit

*) I« Dissert. de respirationis chemismo Tr. ad Rh., 1836, pag. 153.