Buch 
Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
Seite
1120
JPEG-Download
 

112 «

Mhrungsfliissigkeit, Blut.

gebreiteter werden, wenn Andere eine Unwahrheit aus der Wisson-schaft zu entfernen suchen f). In der That, wenn man bedenkt,zuerst, daß Schwefel in allen Proteinuerbindungen desBluts vorkommt, daß Phosphor angetroffen wird, daßHarnsäure oder hippursaure Salze und andere organische Kör-per mit Alkalien vereint, z. B. Seifen, darin angetroffen werden,daß kohlensaure Salze im Urin vorkommen, dann kann Nie-mand daran zweifeln, daß die Zusammensetzung der Salze desBluts eine ganz andere sein muß, als Enderlin angegebenhat. Durch die Verbrennung muß hier gerade wie bei denProteinverbindungen der Pflanzen eine. große Veränderungdurch das Verbrennen zu Asche hervorgebracht werden, geradewegen des Schwefels und des Phosphors, so daß unsereKenntniß hierin vorher wie jetzt beschränkt ist und fürs Erstebeschränkt bleiben wird.

Der Phosphor und Schwefel werden, wenn die Blutmasseauf verschiedene Weise verbrannt wird, verschiedene Verbindun-gen hinterlassen.

Es cristirt ein Orysulfuret des Kalks, welches im Wasserunauflöslich ist. Dieser.Körper muß aus dem Schwefel unddem kohlensauren Kalke in der kohligen Masse des bei niedri-ger Temperatur verbrannten Blutes entstehen. Von demPhosphor kennen wir solche Verbindungen noch nicht, aberRose hat unlängst gleichwohl auf andere unlösbare Salze

ch) Ueber die Anwesenheit der kohlensauren Alkalien im Blute, hat Marchand mitge-theilt 1), daß, als er Blut erwärmte und die ausgetriebene Luft in Barytwasserleitete, kein kohlensaurer Baryt gefallt wurde, welches der Erfahrung von Tiede -mann und Gmelin (pag. 116$) widerspricht jedoch wohl, wenn er daraufSchwefelsäure zum Blut goß.

Liedig, der Blut durch Kochen coagulirte, dann mit der doppelten Menge Wassermischte, durch Filtriren das Coagulum absonderte und durch Säure Kohlensäure zuentwickeln suchte 2), konnte auf diese Weise keine Kohlensäure finden.

Nach Lehman n^) enthält Kalbsblut im Mittel 0,06769 % gebundene Kohlen-säure, außerdem freie, welche als Gas daraus entwickelt werden kann.

1) Journ. für pr. Chemie. Bd. 37 S. 321.

2) Ann. der Ch. und Ph. Bd. 57. S. 126 .

3) Journ. für pr. Chemie. Bd. 40. S. 133.