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Nlihrimgsfliissigkkit, Blut.
ger Ausbreitung sind mit Capillargcfäßen durchweht; wie sollenwir die Flüssigkeit, die außerhalb der Capillargefäße ist, ineiner zur Untersuchung hinlänglichen Menge sammeln, ohneden Inhalt der Capillargefäße, daS Blut,^ dazwischen ein-zumengen? Wir sehen die Unmöglichkeit davon ein. Ueber-dicß ist die NahrungSflüssigkel't für jedes größere Gewebe —Muskelgewebe, Sehnengewebe, Bandgewebc u. s. w. — sehrwahrscheinlich verschieden, denn die in das Capillarsystem derBlut- und Lymphgefäße eintretenden Ausleerungsproducte derGewebe sind verschieden und die austrctcnde Flüssigkeit ausden Capillargefäßen wird folglich wohl nicht in jedem vondiesen größeren Gefäßen dieselbe sein.
Wir müssen bekennen, daß die Wissenschaft hierüber fastNichts besitzt. Von dem Muskelgewebe hat Berzelius *)inzwischen eine meisterhafte Untersuchung gegeben, wie sehrauch die Nahrungsflüssigkeit mit Blut gemengt war. Darausist hervorgegangen, daß entweder Milchsäure im freien Zustandeoder ein milchsaures Salz reichlich darin vorhanden sein muß,so daß es sauer reagirt. Die Milchsäure hat Berzelius dann außer allen Zweifel gestellt, wie aus der angezogenenStelle S. 573 genauer folgt. Ferner fand er Albumin,welches schon bei 50°, und also viel eher als Blutalbumincoagulirtc, was indessen an der sauren Reaction liegen kann,und sah bei einem Versuche an der Oberfläche der verdam-pfenden Flüssigkeit eine Haut erscheinen von einem schneewei-ßen, geschmacklosen Stoffe, die er nicht genauer mit Sicherheitbezeichnete; stets fand er Phosphorsauren Kalk und phosphor-saures Na'ron in bedeutender Menge, Chlorkalium und Chlor-natrium. Ueber die Anwesenheit von schwefelsauren Salzenist Berzelius in Zweifel. Endlich fand er viele ertractar-tige Körper, die er nicht näher bezeichnete, welche ich aber schonoben angeführt habe.
') Lehrbuch Bd. 9. S. 57! 13,0.