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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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1140 Nahrungsflüssigkeit, Blut.

men wird, hatte man bis vor wenigen Jahren ganz unrich-tige Bestimmungen in der Wissenschaft aufgenommen. Manbrachte die Thiere in verschlossene Räume und suchte die Ver-änderung der Luft zu erforschen, die durch das Athmen ver-ursacht werde, brachte dadurch die Thiere in eine nicht natur-gemäße Atmosphäre, wodurch allerlei Störungen beim Ath-men entstehen mußten und wodurch also auch keine guteResultate erhalten werden konnten. Ueberdies konnte manauf diese Weise die Versuche nur kurze Zeit fortsetzen und

man übertrug alle Fehler, die in den Versuchen gemacht wur-den, in die Schlüsse, die man zuweilen aus einigen MalenAthemholen für 24 Stunden abgeleitet hatte.

Nach den Resultaten von den meisten Thieren erlangt,muß ein Mensch oder ein Thier Quantitäten von Speise zusich nehmen, nur um Kohlensäure durch die Lunge aushau-* chen zu können, Quantitäten, die indessen nicht genommenwerden. Man blieb ungewiß, ob aller oder kein Sauer-

stoff verschwinde, das heißt, ob eben so viel Kohlensäureausgeathmet als Sauerstoff aufgenommen wird; ob alleroder kein Stickstoff aufgenommen oder ausgestoßen wird undzweifelte man nicht an seinen eigenen Resultaten, so mußte einanderer daran zweifeln, so daß Niemand zu demselben Resul-tate sich bekannte.

Nicht glücklicher war man mit der Art und Weise die

Versuche anzustellen, wo man die Thiere in einen kleinen

Raum zwischen zwei Gasometer brachte, das eine mit atmo-sphärischer Luft gefüllt, das andere bestimmt, die zum Athmengedient habende Luft aufzunehmen. Eudiometrische Versuchemußten auch und dazu über kleine Verschiedenheiten entscheiden,und alle Schwierigkeiten des Messens über die des Wagensinfluirten auch hier wieder auf die Resultate der Untersucher.

Die Ein- und Ausgangslehre war hier vorzüglich nochdie unglücklichste von allen und hat die Wissenschaft auchhierin zurückgeführt. Man wog die Nahrung, die genommen