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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Nahrungsflüssigkeit, Blut.

und die festen Cxcrete, die ausgeleert wurden; man bestimmtevon beiden die Menge 6, 8, N, O und schloß daraus: Soviel Kohlenstoff muß durch die Lungen entweichen.

Daffelbe, was ich bei der Verzehrung der Speise S.939anmerkte, daß nämlich Liebig eine neue Methode, umden Verbrauch von Nahrungsstoffen zu bestimmen, einfüh-ren wollte, muß ich auch hier erwähnen.

Nach Liebig muß das, als Kohlensäure durch die Lun-gen und Haut ausgeathmet, in Rechnung gebracht werden,was in den Excreten nicht als Kohlenstoff wiedergefundenwird und doch als Kohlenstoff genossen ist. Er giebt hierfürVersuche an, mit Soldaten angestellt, Versuche, wobei dieverbrauchte Nahrung aufgezeichnet und ein Theil davon ana-lysirt wurde, um den Kohlenstoffgehalt kennen zu lernen;nachher wurden auch die Excrete gewogen und ein Theil ausden Kohlenstoffgehalt untersucht.

Gegen diese Methode sind viele aufgetreten, Sch arlingunter andern *), und nach meinem Dafürhalten mit Recht.Es ist nicht zu verkennen, daß die andern Bestimmungen derKohlensäure in der ausgeathmeten Luft, groben Fehlern un-terworfen waren, da man aus einer kleinen Menge des Aus-geathmeten auf dasjenige schloß, was in 24 Stunden durchdie Lungen und Haut ausgeschieden wird. Indessen ist auchnicht zu verkennen, daß die Methode von Liebig den größ-ten Schwierigkeiten unterworfen ist, und die Resultate habendies auch gezeigt, da die letzteren Versuche von Scharlingund von Andral und Gavarret und anderen, Mengengegeben haben, welche von denen Liebigs gänzlich verschie-den sind.

Um einen Beweis zu liefern, wie weit man, wenn mandie Methode von Liebig befolgt und die Resultate seinerAnalysen benutzt, zu unrichtigen Schlüssen geleitet wird,

') Annalen der Ch. u. Pharm. Januar 1846 ,