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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Nahrungsflüssigkeit, Blut. 1143

Zusammensetzung der ausgeathmeten Lust beim Menschen ist.Dulong hatte bereits gemerkt, daß mehr Sauerstoff ver-braucht wird, als Kohlensäure dafür an die Stelle tritt, aberdie Luftanalyse hatte nicht diesen Grad von Genauigkeit, ehedie Methode von Brunner, die atmosphärische Lust zuanalysiren bekannt war, daß man darauf vertrauen mochte.

Sie sagen, daß mehr Sauerstoff dem Volumen nach ver-schwindet, als an Kohlensäure beim Athmen ausgetriebenwird. Aus der Reihe von Versuchen, von ihnen angestellt,und die wahrlich mit ausgezeichneter Sorgfalt in's Werk ge-setzt sind, leiten sie ferner die Folgerung ab, daß das Gesetzder Diffusion der Gase, durch Graham festgestellt, sichhier klar herausstellt, und daß also Sauerstoff und Kohlensäuredem Volumen nach im umgekehrten Verhältniß der Quadrat-wurzel ihrer Dichtigkeit sich auswechseln sollen. AuflOOVol.Kohlensäure, durch das Athmen fortgebracht, sollen also gerade117,421 Vol. Sauerstoff aufgenommen werden.

Von vielen ist dieses Quasi-Gesetz des Athmens bestrit-ten; erstlich weil die Bedingungen fehlen, unter welchen dasGesetz von Graham sollte zur Geltung gekommen sein;dann, weil viele Umstände auf die Menge des aufgenommenenSauerstoffs und der gebildeten Kohlensäure den größten Ein-fluß ausüben müssen, so daß das von Valentin angedeuteteEbenmaaß nicht bestehen kann.

Dulong hat angegeben, daß die Menge des Sauerstoffs,die aufgenommen, viel größer, als die der Kohlensäure ist,die ausgeathmet wird und daß dieser Unterschied bei verschie-denen Thieren sehr verschieden ist; bei Fleisch freffenden Thierensoll beträchtlich mehr Sauerstoff, bei demselben Volumen aus-geathmeter Kohlensäure, aufgenommen werden, als bei denen,welche Pflanzennahrung genießen. Da nun Brunnerund Valentin stets daffelbeVerhältniß zwischen Kohlensäureund Sauerstoff fanden und dieses bei gemengter Nahrung al-