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Nahrungsflüssigkeit, Blut.
kann unter anderen dienen, daß Liebig 27,8 Loth Kohlen-stoff als die Menge angiebt, welche ein Soldat täglich aus-athmet, während Scharling für die dänischen Matrosen,nach der Angabe von Liebig den Kohlenstoffgehalt in Brod,Fleisch u. s. w. berechnet, nur 22% Loth Kohlenstoff ihnenzur Nahrung geliefert, gefunden hat. Hiervon nun die 1,121Loth Kohlenstoff abgezogen, welche nach Liebig in 24 Stun-den durch die Fäces und den Urin entfernt werden, bleiben21,6 Loth in den Versuchen von Scharling für den aus-geathmeten Kohlenstoff über. Dieser sehr große Unterschiedvon ungefähr V 5 der Menge, welche als Kohlensäure in 24Stunden entfernt wird, macht die Methode von Liebig vielweniger genau wie einige andere, die wir kennen. WelcheSchlüsse soll man überdies aus Versuchen ziehen, indem nachdem Einen 27,8, nach dem Andern 21,6 Loth Kohlenstoffdurch einen Menschen in mittlern Jahren in 24 Stundenausgeathmet werden.
Wie es mir scheint, hat Scharling in der angezogenenAbhandlung überzeugend bewiesen, daß die Methode vonLiebig nicht haltbar ist, daß seine Gründe für einen größe-ren Kohlenstoffverbrauch in kälteren als in wärmeren Gegen-den nicht richtig sind, und daß man, will man die Kohlen-säuremenge kennen, die durch die Lunge und Haut ausströmt,unmittelbare Bestimmungen derselben machen muß. Diesesind denn auch theils durch Scharling, theils durch Brun-ner und Valentin, theils durch Andral und Gavarret,theils durch March and, theils durch Regnau lt und Rei-set gemacht.
Durch die Versuche von Brunn er und Valentin *)ist zuerst mit größerer Sicherheit, als es bis zu dieser Zeit inder Wissenschaft der Fall war, bekannt geworden, welches die
*) Warm. C-Iitr.-Matt. 1843. S. 757 u. 765.