Buch 
Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
Seite
1150
JPEG-Download
 

1150

Rahrungsflüssigkeit, Blut

Dulong hat auf 100 Theile ausgeathmeter Kohlensäurean Sauerstoff bei Pflanzen fressenden Thieren 108,2, beiFleischfressenden 139,15 verschwunden gefunden; Despretzdagegen 132,6 bei (Pflanzen fressenden und 151,9 bei Fleisch-fressenden *). Ein Resultat, sehr verschieden von dem obenangeführten von Marchand bei Fröschen erhalten. Undwas den Stickstoff betrifft, so hatten Despretz und Du-long gefunden, daß eine sehr große Menge Stickstoff beimAthmen entwickelt ward, zuweilen selbst *4 von der verschwun-denen Menge des Sauerstoffs.

Dieses letzte Resultat kann unmöglich recht sein, weildas Thier durch sein Ausathme» allein zuweilen mehr Stick-stoff abscheiden müßte, als es in seiner Nahrung zu sich ge-nommen hatte.

Die Methode Marchands, Thiere in einem geschlosse-nen Raume einem Luftstrome auszusetzen und diesen Stromlange zu unterhalten, ist nicht dieselbe, welcher sich Regnaultund Reiset zu ihren Versuchen bedient haben. DieseLetzten gebrauchten Sauerstoff und keine atmosphärische Lust,um den verbrauchten Sauerstoff zuzuführen. Sie bestimmtendie Menge Sauerstoff, welche durch das in eine Glocke ge-sperrte Thier in den Stunden des Versuchs verbraucht war,und begannen den Versuch in athmosphärischer Luft. Sieließen während des Versuchs die gebildete Kohlensäure stetsvon Kali aufsaugen. Wurde nun nur Sauerstoff aufgenom-men und Kohlensäure gebildet, und die Menge des verbrauch-ten Sauerstoffs gleichmäßig mit der Menge der gebildetenKohlensäure zugeführt, dann mußte die Lust nach dem Ver-suche in dem Raum, worin sich das Thier befand, dieselbeZusammensetzung haben, wie beim Ansang des Versuchs.Wurde aber zugleich Stickstoff beim Athmen ausgeschieden,dann mußte die Luft nach dem Versuche reicher sein an Stick-

') Berechnet von Donders in Holl. Beitr. 1848 S. 272.