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bemerkt er ferner, bei Zusatz von überschüssiger concentrirter Säurebilde sich hünffach-Schwefelwasserstoff, welchen man an seinem Ge-ruch erkenne.
Stölzel 1 ) fand, dass sich beim Darüberleiten von Wasserstoffüber gelinde erhitztes blaues Ultramarin Schwefelwasserstoff bilde. Erglaubt, dass das bei seinen Analysen sich herausstellende Deficit Sauer-stoff sei und nimmt deswegen, und weil zur Bildung des blauen Ultra-marins Luftzutritt erforderlich, polythionsaure Verbindungen in dem-selben an.
Wilkens 2 ) beobachtete, dass bei Behandlung verschiedener Ul-tramarine mit Salzsäure in der Lösung sich stets eine constante MengeThonerde und Natrium vorfinde, während die Menge des Rückstandsbei jeder Sorte wechsele; ferner gehe grünes Ultramarin schon bei nie-derer Temperatur in blaues über, bei welcher unterschwefligsauresNatron sich nicht zersetze. Würde FiinlTach-Sehwefelnatrium die Bil-dung der blauen Farbe bedingen, so würde > sich die Umwandlung desgrünen in blaues Ultramarin auch bei Luftabschluss durch einen Zusatzvon Schwefel ausführen lassen. Wilkens nimmt alles Natrium anSchwefel gebunden und in jedem Ultramarin folgende constante Ver-bindung an:
2 (A1 2 0 3 . Si0 3 ) + (Al 2 0 3 .3 Si 0 3 ) -f- Na0.S 2 0 2 + 3NaS.
Er hält Schwefelnatrium mit unterschwefligsaurem Natron für das„blaufärbende Princip“.
Böckmann 3 ) ist der Ansicht, dass sämmtlicher Schwefel alsPolysulfuret vorhanden ist. Wie Breunlin bemerkt er den Geruchnach Wasserstoffsupersulfür und hält das Vorhandensein von unter-schwefligsauren Salzen besonders aus dem Grunde für unmöglich, weilsie schon durch schwaches Glühen zersetzt werden und deshalb nichtin wesentlichen Mengen in einer bei Glühhitze dargestellten Verbin-dung enthalten sein können.
Diesen Ansichten, welche wir der Reihe nach entwickelt habensind allen mehr oder weniger Analysen fertiger Ultramarine zu Grundegelegt. Ritter nun hält es für unmöglich, auf Grund einer Analysezu sagen, ob in dem Ultramarin eine Oxydationsstufe des Schwefelssei oder nicht, und weist nach, dass z. B. Breunlin’s Analysen eben-so gut einen Theil des Schwefeluatriums als unterschwefligsaures Na-tron deuten lassen. Er schlägt daher einen andern Weg ein und stelltbei Luftabschluss und mit einem Ueberschuss von Kohle eine Verbin-dung aus einem Natron-Thonerde-Silicat und Einfach- und Doppelt-Schwefeluatrium dar, welche er, da sie farblos ist, „weisses Ultramarin“ne nnt und für die Ultramarinbasis so zu sagen erklärt. Ein Versuch,den er mit-Kali statt Natron anstellte, ergab ein durchaus schwefel-freies Silicat; ja als er gleiche Aequivalente Kali und Natron an-Wandte, erhielt er wieder ein Silicat ohne den geringsten Schwefel-gehalt. Gegenwart von Kali kann daher der Ulfrainariubildung nurschädlich sein. Ritter glaubt nach den Sauerstofifmengen des Alkalisder Thonerde und der Kieselsäure amiehrnen zu können, dass beim Glü-hen von Schwefelalkalimetallen mit kieselsaurer Thonerde das Silicat([(3 RO).Si0 3 ], [(3 Al 2 0 3 ).Si0 3 ]) sich bilde, welches, wenn RO gross-
Ph ^ d- Chem. u. Pharm. Bd. CXVII, S. 35. — 3 ) A.nnal. d, Chem. u.
arm - Bd. XCIX, S. 21. — 3) Annal. Chem. u> pharm. Bd. CXVIII, S. 212.