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Neunter Band.
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42 Uranjodür.,— Uranocher.

Beim Erhitzen von Uranoxydul mit Kohle in Joddampf findetkeine Einwirkung statt (Hermann). Fe.

Urankalk erdiger, syn. Uranocher.

Ur ankalkcarbonat, enthält nach J. Lindacker’s *) Ana-lyse 37,03 Uranoxydul, 15,55 Kalk, 24,18 Kohlensäure, 23,24 Wasser,giebt im Kolben erhitzt Wasser und wird schwarz, ist vor dem Löth-rohre auf Kohle unschmelzbar, zeigt mit Borax und Phosphorsalz Uran-reaction, ist in Salz- und Salpetersäure mit starkem Brausen vollstän-dig löslich, in Schwefelsäure theilweise, ein weisses Pulver zurücklas-send. Die Lösung in Salpetersäure ist gelb, in den anderen Säurengriin gefärbt. Das Mineral findet sich nach J. F. Vogl einge-sprengt, krystallinisch kleinkörnige Parthien bildend, als Anflug oderin plattenförmigen Ueberzügen, auf Uranin zu Joachimsthal in Böhmen,ist zeisiggriin, im Strich blässer, halbdurchsichtig bis durchscheinend,glasartig glänzend, auf den erkennbaren Spaltungsflächen perlmutterar-tig ; die Härte ist = 2,5 bis 3,0. ' F.

Urankiesel fl UOr ür wird aus Uranchloriirlösung durchKieselflusssäure als blaugrüner gelatinöser Niederschlag abgeschieden ;er löst sich nach dem Trocknen wenig in Wasser, wird durch Kochenmit Kalilauge wenig verändert, durch Glühen für sich aber zersetzt(Ra m m eis b erg).

Uranochalcit, syn. Urangrün (s.d. Art.). Uranochalcitnannte R. Hermann 2 ) auch noch ein anderes Mineral von demselbenFundorte, von Joachimsthal in Böhmen, welches unzweifelhaft ein Ge-menge verschiedener Species ist, die selbst aus dem Resultate der Analysenicht entziffert werden können. Das nierenförmig gestaltete und amorpheMineral mit ebenem bis flachmuschligen Bruch wurde als metallisch glän-zend, undurchsichtig, stahlgrau bis tombackbraun mit schwarzem Striche,mit der Härte = 4,0 und dem specif. Gewicht = 5,04 beschrieben, unddie Analyse ergab: 5,79 Schwefel, 7,23 Arsen, 10,21 Kupfer, 0,97Nickel, 2,31 Eisen, 4,40 Kieselsäure, 36,06 Wismuthoxyd, 14,41 Uran-oxyd, 11,95 Eisenoxyd, 3,27 Eiserioxydul, 2,40 Wasser, Spur Silber.

K.

Uranocher, Uranocker, zerreiblicher Uranocher,erdiger Urankalk, erdiger Hydruranit, Umnite terreux, Uraneoxyde terreux, TJranochre, Hydroxyde d' Urane , Uraconise, scheint einName zu sein, den man für gewisse uranhaltige Minerale gebrauchte,welche mehr oder weniger erdig sind. Man begnügte sich bei demsparsamen Vorkommen solcher Substanzen zu wissen, dass sie Uran-oxyd enthalten und man nahm an, dass sie wie die braunen und gel-ben Eisenocher Hydrate sind, ohne eine Analyse davon zu haben.Daraus folgt aber nicht, dass nur ochrige Hydrate des UranoxydesUranocher genannt wurden, da z. B. Lindacker 3 ) zwei sogenannteUranocher analysirte, welche wasserhaltiges Sulfat des Uranoxyds mitoder ohne Kalk darstellen (s. Uranbliithe S. 35).

Uranocher werden gewöhnlich als unkrystallinisch und erdig be-

Ü Jahrb. d. k. k. geolog. Reichsanst. Bd. IV, S. 221. — 2 ) Journ. f. prakt.Chem. Bd. LXXVI, S. 321. — 3 ) Vogl, Gangverhältnisse und MineralreichthumJoachimsthals. Teplitz 1857, S. 119.