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V aleriansäur eanhy drid.
ryloxyd, Välerate de valeryle , välerate valerique. Von Chiozza 1 )
• (1852) zuerst dargestellt. Formel: C 10 H 9 O 3 oder C 2 0 H 18 O 6 ; nach
C I0 H9O:
Cjo Hg 0 2
typischer Bezeichnung
Zur Darstellung der wasser-
freien Säure übergiesst man 6 At. vollkommen trockenes valerian-
saures Kali mit 1 At. Phosphoroxychlorid in einem Kolben; es trittsogleich eine heftige Reaction ein, nach Beendigung derselben wird dieMasse mit einer verdünnten Lösung von kohlensaurem Alkali abgewa-sehen und dann mit reinem alkoholfrei en Aether ausgezogen; dieLösung wird mit Chlorcalcium geschüttelt, beim Abdampfen des AetherSbleibt dann das Anhydrid der Valeriansäure zurück.
Wenn bei der Zersetzung des valeriansauren Alkalis etwas mehrals die berechnete Menge Phosphoroxychlorid genommen wird, so dassalles valeriansaure Salz zersetzt ist, so kann man das Anhydrid auchdurch Destillation von dem phosphorsauren Salz trennen. Man mussjedoch das Destillat noch mit kohlensaurem Wasser waschen und inAether lösen, um es rein zu haben.
Das Valeriansäureanhydrid ist ein farbloses ziemlich beweglichesmit Wasser sich nicht mischendes Oel, welches frisch dargestellt einenschwachen apfelähnlichen nicht unangenehmen Geruch hat; zwischenden Fingern gerieben zeigt es nach kurzer Zeit den widrigen Geruchder Valeriansäure. Sein specif. Gewicht bei 15° C. ist = 0,934. DerDampf des Anhydrids reizt zum Husten und greift die Augen an. Essiedet constant bei 215°C.; beim Destilliren bleibt jedes Mal ein klei-ner gefärbte? Rückstand. Das specifische Gewicht des Dampfes ist6,23.
Das Valeriansäureanhydrid nimmt an der Luft langsam Feuchtig-keit auf, und geht dadurch in Valeriansäurehydrat über; heisseSWasser bewirkt die gleiche Umsetzung rascher als kaltes; Alkalienwandeln das Anhydrid in der Hitze augenblicklich in valeriansaureSSalz um. Wird Valeriansäureanhydrid mit wenig Kalihydrat gelindeerwärmt, so findet eine heftige Reaction statt, in Folge welcher sichneben valeriansaurem Salz auch freie Valeriansäure bildet:
EjoHisOe -1— KO . HO = KO . CjoHgOä —|— CmHioO^
Valerians. Kali V;
Valerians.
Anhydrid
Valerians.
Hydrat.
Mit Alkohol bildet das Valeriansäureanhydrid leicht Valeriansäure-Aethyl; beim Reinigen des Anhydrids mit Aether darf dieser daher kei-nen Alkohol enthalten.
Durch Anilin geht das Anhydrid rasch in Valeranilid (s. 2. Aufl-Bd. I, S. 1075), durch Ammoniak in Valeramid über.
Durch Einwirkung von Chlorbenzoyl auf valeriansaures Kali ent-steht ein Doppelsäureanhydrid: Benzoesäure-Valeriansäure-anhydrid (s. unter Benzoesäureanhydrid, 2. Aufl. Bd. II, U
S. 844).
Aehnlich lassen sich auch noch andere Doppelsäureanhydride
darstellen.
Fe.
\) Compt. rend. T. XXXV, p. 368; Annal. de chim. et de phys. [3.] T. XXXÄp. 196; Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LXXXIV, S. 106.