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Variolaria.. — Variscit.

Yariolaria. You dieser Flechtenart werden Variölariadealbata, V. aspargüla und V. oreina , vielleicht noch andere Specieswegen ihres Gehalts von Chromogen (Leeanorsäure) zur Fabrikationvon Orseille (s. Bd. V, S. 743) benutzt.

F. arnara enthält einen Bitterstoff, der früher als Picrolicheninoder Flechtenbitter (s. Bd. III, S. 146) bezeichnet ist. Dieser Bitter-stoff ist von Vogel 1 ) in kleinen glänzenden rhombischen Prismen vonder empirischen Zusammensetzung C 6 H 5 0 3 erhalten; er hat daher die-selbe Zusammensetzung wie Senegin nach Quevenne 2 ). Fe.

V ariolarin nennt Iiobiquet eine von ihm aus dem inWasser unlöslichen Theil des weingeistigeu Extracts von Variolariddealbata durch Aether ausgezogenen krystallisirbaren Körper, der inWasser unlöslich, in Alkohol und Aether löslich ist, bei hoher^Tempe-ratur schmilzt und, stärker erhitzt, sich zersetzt. Dieser Körper istwahrscheinlich Leeanorsäure oder Orsellsäure (s. d. Art.). Fe.

Variolidcn, Variolae , die Blattern. Der flüssige Inhaltder Blattern wurde von Tremolieres 3 ) und von Lassaigne 4 ) che-misch untersucht. Das was man bei dem gegenwärtigen Zustande derWissenschaft aus diesen Analysen herauszulesfen vermag, beschränktsich darauf, dass die Bestandteile der Variolidenfliissigkeit qualitativdieselben sind wie jene des Blutplasmas. Tremolieres giebt zwarunter den Bestandtheilen auch Cyannatrium an, doch kann auf dieseAngabe durchaus kein Gewicht gelegt werden und beruht dieselbesicherlich auf einem Irrthum. In 100 Thln. der Flüssigkeit fand Las-saigne: 90,2 Wasser, 0,0 Albumin, 2,5 Fett, 1,2 Chlornatrium undkäsesaures (valeriansaures't) Ammoniak, 0,1 phosphorsauren Kalk undNatron. Lassaigne hat auch die Kruste der Blattern unter-sucht 5 ) und in 100 Thln. derselben gefunden: Unlösliche aus Epider-mis und coagulirtem Albumin bestehende Materie 70, lösliches Albu-min 15, Fett 1,3, Osmazom 11,2, Salze 2,5 (kohlensaures, phosphor-saures Natron, Chlorkalium und phosphorsaurer Kalk). G.-B-

Variolitll, Blatterstein, ein feinkörniger bis dichter Dioritmit rundlichen Ausscheidungen von Feldspath.

Variscit, auf Quarz und Kieselschiefer bei Mosbach im säch-sischen Yoigtlande vorkommeml, von A. Breithaupt 6 ) als eigen«Species aufgestellt, welche nach Pla.ttner wasserhaltige phosphorsaureThonerde mit Wasser etwas Eisenoxydul, Chromoxyd, Magnesia undAmmoniak ist, scheint dem Kallait nahe zu stehen. Derselbe ist un-krystallinisch, derb in Gangtrümmern, seltener nierenförmig, lud >muschligen bis unebenen Bruch, die Härte = 5,0 bis 5,5, das specif-Gewicht = 2,34 bis 2,38, ist apfelgrün, wenig wachsartig glänzendbis schimmernd, durchscheinend, fühlt sich etwas fettig an und ist vordem Löthrohre unschmelzbar, brennt sich weiss, giebt beim ErhitzenWasser und färbt sich schwach rosenroth. j{.

’) Buchn. N. Kepert. Bd. VI, S. 289. — 2 j Journ. de pharm. [2.] T. XXU 1,

p. 270. — *) Journ. de chim. me'd. T. IV, p. 488. — 4 ) Ibid. p. 524. — 5 ) Journ-

de chim. T, VIII, p. 734, 1832; Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd, VII, S. 297.

6 ) Journ. f. prakt. Chem. Bd. X, S. 507.