Vanillecainphor. — Varermeasaft. 135
Im Jahr 1860 war die Gesamniterzeugung an Vanille:
auf Reunion. 12000 Pfd.
in Mexico. 16000 „
in anderen Ländern . . 3000 „
31000 Pfd.
• Der Gesamintwerth dieses Erzeugnisses beläuft sich also auf155000 Thaler 1 ). Wp. — Fe.
Vanillecainphor, syn. Vanillin.
Vanillin, Vanillecamphor. Der indifferente Riechstoff'der Va-nille. Formel: C 20 H6O 4 . Dieser Körper findet sich auch zuweilen als kry-stallinischerUeberzug auf der Vanille. Die lockere Krystallmasse war frü-her von'15u cIlo lz und Vogel für Benzoesäure, später für Zimmtsäuregehalten. Bley 2 ) zeigte, dass diese Krystalle ein indifferenter eigen-tümlicher Körper sind. Nach Guibourt hat das Vanillin Aehnlichkeitl öit dem Cumarin, ist aber doch verschieden (besonders durch niedri-geren Schmelzpunkt nach Vee). Gobley 8 ) hat diese Krystalle näherUntersucht und den Körper auch aus den. Vanilleschoten dargestellt,has weingeistige Extract der Vanille (mit Alkohol von 85 Proc. dar-gestellt) wird nach dem Eindampfen mit Wasser zur SyrupsconsistenzErsetzt und dann mit Aether geschüttelt, die Lösung wird verdampftUnd der Rückstand mit siedendem Wasser behandelt; beim Verdampfenfies wässerigen Filtrats krystallisirt dann Vanillin. Durch Umkrystal-Hsiren und Behandeln mit Thierkohle wird das Vanillin rein erhalten.Es krystallisirt in farblosen harten, langen Nadeln (vierseitige an denEnden zugeschärfte Prismen) von starkem Vanillegeruch und heisseinGreschmack ; es löst sich kaum in kalten, ziemlich leicht in heisset»Vasser, noch leichter in Alkohol, Aether oder flüchtigen Oelen. Diealkoholische Lösung reagirt schwach sauer. Das Vanillin schmilzt bei?6o (78» nac h Vee); bei 150° C. fängt es an zu sublimiren. DasVa-Uillin löst sich unverändert in verdünnter Schwefelsäure , in concen-h'irter Schwefelsäure mit gelber Färbung; es löst sich auch in wäs-srigem Kali; Säuren scheiden es aus dieser Lösung unverändert ab;e ä löst sich auch in kohlensaurem Kali ohne Abscheidung von Kohlen-s uu're. Fe.
Var ec, Varech,Varek heisst die an den Küsten der Normandia Us Seetangen gewonnene Asche, welche zur Darstellung von Brom und'hfl benutzt wird. Die ähnliche Asche wird in Schottland als Kelp be-lehnet (s. Bd. IV, S. 315, Bd. VII u. d. Art. Seetange, S. 737).
Varenneasaft, Succus Varenneae; V. poh/stacha Dec., ein*U den Leguminosen gehörender Strauch in Mexiko einheimisch, giebt6 'hen Saft, der nach dem Eintrocknen bräunlich glasglänzend ist undhst ganz aus Gerbstoff besteht (Sonbeiran 4 ).
r\ Nach dem Bericht des Hrn. Aubry le Comte, Mitglied der französischen'Vy i n London 1862; Ausland Nr. 44, 1862 (26. Octbr.). — 2 ) Arch. der Pharm.XXXVIII S 132; Bd. C, S. 278; Jahresber. von Kopp 1858, S. 535; 1859,508. — 3)’ Journ. de pharm. (3-1 T. XXXIV, p. 401; Jahresber. v. Kopp 1858,
?-5S4 _ 4) j ourn de chim. et pharm. 1855. Sept. p. 196; Buchn. N. Repert. 1856,
Öd -V,'s. 32.