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Neunter Band.
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143
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Ventilation.

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Sen und wollen eine Luft nur fiir gut erklären, wenn sie nicht mehr als2 bis 3 Tausendtheile Kohlensäure enthält. Pettenkofer stellte eineßeihe von Untersuchungen über den Kohlensäuregehalt der Luft inv erschiedenen Wohnräumen an, theils in solchen, deren Bewohner sichSe hr behaglich und gesund befinden, theils in solchen, welche unsers 'ibjectives Gefühl, unsere Sinne und die ärztliche Erfahrung als etwasAbnormes bezeichnen. Diese Untersuchungen, welche zum grösserentheil in seiner Schrift über den Luftwechsel in Wohngebäuden (Mün-chen, Cotta’scher Verlag 1858) enthalten sind, haben ergeben, dass1 pro mille Kohlensäure die Grenze zwischen guter und schlechter Luitbezeichnet. Eine Luft, welche in Folge von Respiration und Perspira-tion 2 pro mille Kohlensäure enthält, macht bereits auf jeden an Rein-lichkeit gewöhnten Menschen den Eindruck einer verdorbenen Luft,Qnd wenn Schriftsteller angeben, dass die Luft eines Zimmers bis zu0 Tausendtheilen Kohlensäure enthalten könne, und noch als gute LuftVerkannt werden müsse, so haben diese entweder den Kohlensäure-Gehalt einer Luft, die sie für gut oder schlecht erklären, nicht oder un-tüchtig untersucht, oder es fehlt ihnen der leibliche Sinn des Geruches.Pettenkofer und auf seine Veranlassung hin Oertel 1 ) haben einePeihe von Bestimmungen in verschiedenen Localitäten Münchens aus-Seführt, welche diesen Erfahrungssatz hinlänglich begründen.

Man fand in einer Privatwohnung am Tage 0,54 pro mille Köhlens.

f0,65 ,, „

nach mehrstündigem Aufenthalte

0,61

0,64

0,68

0,74

0,87

0.68

im Mittel.

in einem Schlafzimmer bei Nacht und ge-schlossenen Fenstern.2,30 „ „

bei theilweise offenem Fenster .... 0,82 „ „

Pie folgende Zusammenstellung enthält die Mittelzahlen für die Kohlen-ä äure in der Luft grösserer von mehreren Menschen bewohnten Räu-men nach den Untersuchungen von Oertel:

Allgemeines Krankenhaus im Februar . . 2,32 pro mille

„ „ „ April . . 1,43 „ „

Gebärhaus .2,23 „ „

Pfründeanstalt auf dem Kreuz .... 2,26 „ „

„ im Heiligengeist-Spital . 3,07 „ „

Frohn veste.2,47 „ „

Polizeigefängnisse Anfangs April . . . 3,34 „ „

„ Ende April .... 2,61 „ „

Strafarbeitshau3 Anfangs Juni .... 1,31 „ „

„ Ende Juni.1>86 o »

Protestantische Schule im Juli .... 4,10 „ „

„ im März .... 5,67 „ „

Mädchenschule im Herzogspital im Juli . 2,00 „ „

Wilhelmsgymnasium im Juli.2,29 „ „

im März .... 5,58 ,, ,,

*) Kunst- u. Gewerbebl. f. Bayern 186B, S. 449.