156 ' Veratrin.
reinigt. 1000 Thle. Sabadillsamen geben so 10 bis 15 Thle. V er ®trin. Merck kocht die zerkleinerten Samen einige Mal mit Wass 0fmit Zusatz von etwas Salzsäure aus, die Auszüge werden zur Syrnp’eonsistenz verdampft und dann mit concentrirter Salzsäure versetz 1 'so lange noch eine Trübung dadurch entsteht; das Filtrat wird i° lüberschüssigem Aetzkalk versetzt und der Niederschlag mit Alkoh 0ausgekocht; diese Lösung wird abgedampft, der Rückstand in Essig'säure gelöst, und das Filtrat mit Ammoniak gefällt. Das Veratr' 0so dargestellt ist meistens noch nicht rein; um es zu reinigen , "Wi*es in Aether aufgelöst, wobei eine dunkelbraune Substanz zurückblei^’die ätherische Lösung giebt beim Verdampfen das reine Veratrin.
Nach Merck wird das unreine amorphe Veratrin durch A 1 ^'lösen in wässerigem Weingeist von dem beigemengten Harz befrei 0 hdie filtrirte Lösung bei gelinder Wärme verdunstet, das hier si 00ausscheidende krystallinisohe Pulver mit kaltem Weingeist abgev?®'sehen und dann in starkem Alkohol gelöst; beim freiwilligen V 0 ®’dunsten der Lösung bilden sich oft l / 2 Zoll grosse Kiystalle von r el 'nem Veratrin.
Delondre 1 ) stellt reines Veratrin so dar, dass er die zerkleinert 00Sabadillsamen mit W'asser, das mit Salzsäure angesäuert ist, in ein 01 ®Verdrängungsapparat auszieht, zuletzt mit Wasser nachwäscht, u°“die Auszüge dann mit Kalilauge in geringem Ueberschuss fällt; d 0fNiederschlag wird nach dem Abwaschen und Trocknen in einerschliessbaren Flasche zuerst 4 Stunden mit seinem doppelten Gewi°^Aether, der Rückstand dann nochmals mit dem gleichen Gewicht Aeth 0 ®behandelt; die Lösung giebt beim freiwilligen Verdunsten in flach 0 ®Schalen reines Veratrin.
Das Veratrin ist gewöhnlich ein weisses oder graulichwei 0äeäunter dem Mikroskop krystallinisches Pulver; nach Merck bildetreine Veratrin grosse bis zu t/ 2 Zoll lange farblose durchsichtige uD®glasglänzende rhombische Prismen; es ist geruchlos, die allergeringstMenge desselben als Staub in die Nase gebracht oder als Lösung 0,0gespritzt bringt aber das heftigste Niesen, Kopfschmerz und Uebelk 01hervor; es schmeckt brennend scharf, aber nicht bitter. Das Veratn®ist in kaltem Wasser unlöslich, das unreine Veratrin löst sich in et^®1000 Thln. kochendem Wasser; nach Merck ist das reine Veratri®selbst in kochendem Wasser unlöslich. Es soll sich in 2 Thln. sied 00dem und 3 Thln. kaltem Alkohol so wie in 50 Thln. Aether löse 0 'nach Fröhncr 2 ) löst es sich in 10 Aether und fast in jeder Mc°^ eabsolutem Alkohol. Nach Merck ist das kry3tallisirte Veratrin 10Weingeist wie in Aether namentlich aber in letzterem leicht löslb^ 1,nach Delondre löst es sich in 11 Thln. Alkohol, 6 Thln. Aether od et20 Thln. mit Schwefelsäure angesäuertem Wasser. Diese abweichend 0 ’’Angaben über die Löslichkeit rühren wohl von Anwendung von m 0 ®oder weniger unreiner Base zu diesen Versuchen her.
Die ätherische Lösung auf Wasser gegossen, hinterlässt dasratriu als ein durchsichtiges Blättchen. Das Veratrin löst sich ’1.69 Thln. Chloroform oder 100 Thle. Chloroform lösen 58,5 Thle.’ e
l ) Journ. de pharm. [3.] T. XXVII, p. 417; Jahresber. v. Liebig n. K 0 ®®
1855, S. 569. — 2 ) Zeitschr. f. Pharm. 1854 , S. 11.