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Veratrin. 157
^ a trin (M. Pettenkofer). Die Base soll sich auch in heissem Ter-Pentinöl lösen.
. Die Veratrinkrystalle enthalten Krystallwasser, sie verwittern an' ® r Luft, werden porcellanartig und zerreiblich; auch beim Kochen mita Sser werden sie triibe und verlieren ihre Form ohne zu schmelzen.
trockene Veratrin schmilzt bei 110° bis 115 0 C. zu einer ölartigen^ Bissigkeit (unreines Veratrin soll zuweilen schon bei 50° C. schmelzen),ei steigender Wärme wird es zerstört; bei sehr vorsichtigem Erhitzen8 °Len sich kleine Mengen von reinem Veratrin sublimireu lassen.
Concentrirte Schwefelsäure färbt das Veratrin zuerst gelb, dannk “hn carminroth, zuletzt violett (nach Vasmer färbt Vaooo Thl. Al-i°id die Säure noch amethystroth) ; die Farbe verschwindet beim Ver-tuen mit Wasser. Concentrirte Salpetersäure färbt sich damit zu-® rs t scharlachroth dann gelb. Concentrirte Salzsäure löst Veratrine sonders in der Wärme zu einer dunkelvioletten Lösung unter Ab-^heiäimg kleiner Oeltröpfehen. Versetzt man 1 oder 2 Milligramm^ Katrin mit 5 bis 6 Tropfen Schwefelsäure (concentrirte Säure mit^ gleichen Volumen Wasser verdünnt) und einem Stückchen rothem^ ar ornsauren Kali, so ist die Farbe zuerst schmutzig grün, wird dann^°Uteillengrün, später klar, dann trübe kupfergrün, zuletzt schmutzigy^kelgelb (Ebol). Schwefelsäure wenig Salpetersäure haltend färbt^ r ätrin erst gelb und dann ziegelroth, nach Zusatz von 2 Tropfen
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a sser blutroth und dann bleibend kirschroth. Mit Schwefelsäure und
ra unstein giebt Veratrin eine schmutzigkirschrothe Lösung. Diese sau-11 Lösungen geben mit Ammoniak einen grünlich-hellbraunen Nieder-es (J- Erdmann). Das Veratrin ist ausserordentlich giftig, sehr^ e *ne Gaben bewürben starkes Brechen und Durchfall, etwas grössere Ga-j.® 11 bringen Tetanus hervor ähnlich wie Strychnin und Brucin; 4 Milligrm.jP^eten eine junge Katze schon in 10 Minuten. Es ward bisher hauptsäch-i le h äusserlich als Heilmittel angewendet, in neuester Zeit sind wieder-he Beobachtungen *) über seine innerliche Anwendung gemacht; esjj.* hier namentlich Verlangsamung des Pulses und Verminderung der>tze bewirken, daher in fieberhaften Krankheiten gegen acuten Gelenk-le Umatismus u. a. m. verwendet werden; es vermehrt die Secretionen.
Das Veratrin reagirt alkalisch, es löst sich in verdünnten Säurend bildet damit die Veratrinsalze, diese schmecken scharf und brennend,qB sind giftig. Es scheint, dass es zwei Reihen Veratrinsalze giebt;r.° u erbe erhielt Salze, die wahrscheinlich auf C 64 H 52 N. 2 ()] 6 2 Aeq.^lorwasserstoff oder Schwefelsäurehydrat enthalten; diese Salze sind^ystallisirbar. M erck stellte nur Salze mit halb so viel Säure dar,l ® Se sind unkrystallisirbar gummiartig.
.. Die Lösungen der Veratrinsalze zeigen keine Circularpolarisation;[. Werden durch die reinen, kohlensauren und phosphorsauren Alka-|| etl meist gefällt, der Niederschlag löst sich in überschüssigem Fäl-a . gsmittel nicht merkbar; in der mit Weinsäure versetzten Lösung^®bt Natronbicarbonat (nicht das Kalisalz) einen Niederschlag. Platin-j °rid fällt die concentrirte Lösung gelb; Goldchlorid fällt sie gelb,^kalium gelblichweiss, Rhodankalium hellroth, Jodtinctur kermes-fa üti, Pikrinsäure schwefelgelb; Gallustinctur trübt die neutralen
w l l Medic. Centralzeit. 1855, S. 10; Deutsche Klinik 1855, S. 27; Buchn. N. Re-1853, S. 324; 1854 S. 85; 1855, S. 175, 203 u. 519; 1857, S. 78; 1858, S. 245.