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160 Veratrol. — Veratrumharz.

\ er atro 1. Ein Zersetzungsproduct der Veratrinsäure. Formel'C 16 H 10 O 4 . Von W. Merck 1 ) (1358) dargestellt und untersucht. E 9bildet sich neben Kohlensäure bei der Destillation von VeratrinsäU* -6mit überschüssigem Baryt; die Zersetzung ist die folgende:

CjsIlioOg = C ä 0 4 -j- C 16 H ]0 O 4 .

Zur Darstellung von Veratrol wird Veratrinsäure mit dem dreifache* 1Gewichte Baryt gemengt ganz allmälig und gelinde erhitzt (bei z ®raschem Erhitzen entzündet sich die Masse leicht und es treten daD* 1weiter gehende Zersetzungen auf); hierbei destillirt Veratrol als färb"loser Körper über. Das Veratrol ist ölartig von angehmen aromatische* 11Geruch und 1,086 specif. Gewicht bei 15°C.; es erstarrt bei 15°^'und siedet bei 202° bis 205° C.

Das Veratrol wird von Alkalien und schwachen Säuren nicht ve*'ändert. Von Brom wird es heftig angegriffen, es bildet sich Bro** 1 'Wasserstoff und eine krystallinische Masse, aus welcher durch Ü* 1 )'krystallisiren Bibromveratrol C 16 ti 8 Br 2 0 4 erhalten wird. Das B 1 'bromveratrol bildet weisse prismatische Krystalle, die sich nicht i®AVa3ser, aber leicht in Aether oder Alkohol lösen, es schmilzt h e *92° C. und ist bei höherer Temperatur ohne Zersetzung flüchtig.

Bei weiterer Einwirkung von Brom auf Bibromveratrol bilde 11sich höhere nicht krystallisirbare Substitutionsproducte.

Chlor zersetzt das Veratrol, zuerst entsteht ein weisses krystablinisches Product, das bei längerem Einleiten von Chlor sich in ®*®schmieriges Product um wandelt. Phosphorchlorid und Chl° r ”Wasserstoff wirken nicht auf Veratrol ein. Salpetersäure wir*dagegen sehr energisch ein ; es bildet sich zuerst Mononitroveratro 1 ’welches aus der Lösung in Alkohol in gelben Blättchen krystallis* rt 'Bei weiterer Einwirkung von Salpetersäure entstellt Binitrovet*^trol C l6 Il 8 (N0 4 ) 2 0 4 ; es sind lange gelbe Krystallnadeln, die s lCschwer in Wasser, leicht in Weingeist lösen; über 100° C. erliff 2schmelzen sie und verflüchtigen sich dann unter Zersetzung. Salpete*^saures Silberoxyd wirkt nicht auf Veratrol. Mit Kalium giebtohne Entwickelung von Wasserstoff eine gallertartige Masse. Das Ve® 9 _trol scheint mit doppelt-schwefligsaurem Natron keine Verb*®düng zu bilden. Fe.

Ve rat rum. Von V- dlbum L. ist die Wurzel Bad. verd^alb. als weisse Nieswurzel officinell; sie enthält nach Pelleti®und Caventou 2 ) neben Stärkmehl, Zucker und Fett eine derSabadi^säure ähnliche flüchtige Säure, Gallussäure und Veratrin; nach S*mon 1 ) enthält die Wurzel noch eine andere Base das Jervin 1d. Art.). ,

Von Veratrum Sabadüla Retz. (V. officinale Schlecht.), ist 0Samen als Semen säbadillae officinell (s. d. Art. Bd. VII, S. 2).

V er a trumharz, Veratrinharz, Pseudo veratrin. ^j äBestandteil des Sabadillsamens, von Couerbe 4 ) dargestellt undle veratrin (die Base Veratrin ist zum Unterschied als la veratrine

l) Literatur s. bei Veratrinsäure. — 2 ) Annal. de chim. et de piff 3

T. XIV, p. 69. — 8 ) Pogg. Annal. Bd. XLI, S. 569. — 4 ) Annal. de clii».

phys. [2.] T. LII, p. 352; Buchn. Kepert, Bd. XLVII, S. 63.

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