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Neunter Band.
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168 Verbrennung.

fabricirt werden, scheint noch als Geheimniss behandelt und nicht ver-öffentlicht zu sein. F.

Verbrennung, Verbrennen nennt man allgemein dieunter Entwickelung von Licht und Wärme vor sich gehende chemischeVerbindung zweier Körper, namentlich wenn mindestens der eine der-selben bei dem Eingehen in die Verbindung den ela3tisch-fliissigen Zu-stand besitzt. Man bezeichnet die unter Erglühen vor sich gehende Ver-bindung eines festen und eines flüssigen Körpers z. B. des Baryts mit ge-schmolzener wasserfreier Schwefelsäure gewöhnlich nicht als ein Ver-brennen; aber die unter Erglühen erfolgende Verwandlung des Baryt 8zu schwefelsaurem Baryt, wenn diese Base erwärmt der Einwirkung de9Dampfes von wasserfreier Schwefelsäure ausgesetzt wird, eine Verbren-nung zu nennen, widerstrebt ebenso wenig dem Sprachgebrauch, als dieunter Entwickelung von Licht und Wärme vor sich gehende Bildung vonChlorantimon bei dem Einstreuen von gepulvertem Antimon in Chlorgas?oder die in gleicher Weise sich zeigende Bildung von Schwefeleisenaus erhitztem Eisen in Schwefeldampf, oder die unter Erglühen erfol-genden Verbindungen brennbarer Körper mit Sauerstoff als Verbren-nungen zu bezeichnen. Bei weitem die grösste Zahl von Verbrennun-gen beruht auf Verbindung mit Sauerstoff, und unter einem brennba -ren oder verbrennlichen Körper versteht man gewöhnlichgeradezu einen der Vereinigung mit Sauerstoff unter Erglühen zu einetoder mehreren Verbindungen fähigen Körper, und unterscheidet, j enachdem verschiedene Körper leichter oder nur unter Mitwirkung be-günstigender Umstände solche Vereinigung mit Sauerstoff zeigen,leichter oder schwerer verbrennliche Körper.

Eine absolute Unterscheidung brennbarer und verbrennender Kör-per (combustibler Substanzen und Combustoren) ist nicht haltbar. Solange man die brennbaren Körper als ein eigenthiimliches Princip derBrennbarkeit (vergl. Phlogiston in Bd. VI, S. 227) in sich enthaltendbetrachtete, welches aus ihnen unter Feuererscheinung austreten könne,und andere Körper (die die Verbrennung unterhaltenden) als fähig,dieses Princip hierbei in sich aufzunehmen, konnte eine solche Unter-scheidung als berechtigt erscheinen. Jetzt ist für jede Verbrennungeine gleichmässige Theilnahme beider sich vereinigender Substanzenanzunehmen, und wenn auch der Sprachgebrauch noch dahin geht, eineinnerhalb eines elastisch-flüssigen Körpers mit diesem sich verbindendeerglühende oder eine Flamme bildende Substanz als die brennbareund den die Atmosphäre um diese Substanz bildenden Körper als deUdie Verbrennung unterhaltenden zu bezeichnen, so ist diese Unterschei-dung passiv und activ verbrennender Körper, welche man sonst wohlversucht hat, doch nicht gegründet. Man kann Sauerstoff, welcher i°Wasserstoffgas, ölbildendes Gas oder andere brennbare Gase einströmt,anziinden und mit Flamme verbrennen sehen, und ebenso wie unterdiesen Umständen der Sauerstoff als das in den anderen Gasen brenO-bare Gas erscheint, so verbrennt auch der Sauerstoff der Luft, welchemittelst des Löthrohrs in eine Flamme geblasen wird, im Innern derhier vorhandenen der Vereinigung mit Sauerstoff fähigen Gase.

Je nach der Intensität der Wärme- und Lichtentwickelung undder Schnelligkeit, mit welcher die Vereinigung der sich verbindender 1Körper sich vollzieht, unterscheidet man rasche und langsame Ver-