Verdauung. 179
Körper aus, gleichgültig ob das Filtrat sauer oder neutral war: diesebeiden Körper sind aber ebenfalls keine definitiven Spaltungsproducte,ändern nur Uebergangsstufen zu Peptonen. Die nach der Abschei-‘iung dieser beiden Körper restirende Flüssigkeit enthält die Peptone:bei künstlich verdautem Blutfibrin nach Meissner drei verschiedene,als a- b- und c-Pepton bezeichnete. Alle drei sind leicht löslich inNasser und verdünnten Säuren, das a-Pepton wird durch concentrirtaSalpetersäure gefällt und durch Blutlaugensalz aus sehr schwach essig-s aurer Lösung; das b-Pepton wird nicht gefällt durch concentrirte Sal-petersäure, wohl aber durch Blutlaugensalz, jedoch erst nach bedeu-tend stärkerem Ansäuren mit Essigsäure; das c-Pepton endlich wird^eder durch concentrirte Salpetersäure noch durch Blutlaugensalz ge-’tilit. Metapepton wird bei fortgesetzter Einwirkung der Verdauungs-®iissigkeit in b- und c-Pepton verwandelt. Jener zweite als nicht de-finitives Spaltungsproduct bezeichnete Körper, welcher aus der neutra-le n Lösung durch Erwärmen abgeschieden werden kann, wird bei fort-gesetzter Digestion mit Verdauungsflüssigkeit gleichfalls in b- und^'Pepton verwandelt.
Wenn man Albuminate lange Zeit mit Wasser kocht oder sie mitNasser in zugeschmolzenen G-lasröhren einer höheren Temperatur aus-®etzt, so erleiden sie nach Meissner Veränderungen, welche denenbei ihrer künstlichen Verdauung bis zu einem gewissen Grade analogs *nd; jedoch fand Meissner, dass die Spaltung der Albuminate aufbiese Weise in der Regel nicht so weit geht, wie bei der Einwirkungbea künstlichen Magensaftes.
Neben den oben geschilderten Spaltungsproducten enthält die Ver-jWungslösung des Iiühnereiweisses noch zwei extractive stickstoff-haltige Körper. Der eine derselben giebt mit alkalischer Kupferlösungei ne sehr schön rothe wenig ins Violette ziehende Färbung (Reactiona üf Albuminate nach Piotrowsky), der andere mit salpetersauremQuecksilberoxyd dieselbe schön rothe Färbung wie Tyrosin.
C. Schmidt hat bekanntlich die Ansicht ausgesprochen (s. d. Art.Pepsin), das Pepsin sei im Magensaft mit Salzsäure chemisch verbun-h e u als sogenannte Chlorpepsinwasserstoffsäure enthalten. Diese An-i* l cht hat im Allgemeinen wenig Beifall gefunden, Meissner betrachtetJedoch die folgenden Thatsachen zu ihren Gunsten sprechend: wenn**üssiges Eiereiweiss in Salzsäure von 0,2 Proc. Säuregehalt eingetra-gen wird, und man lässt die salzsaure Lösung stehen, so beobachteth'un, dass bei der Neutralisation dieser Flüssigkeit ein grosser Theilhßs Albumins als in Wasser unlöslich herausfällt und zwar um sobtehr, je länger die Salzsäure eingewirkt hatte; es verwandelt dem-buch die Salzsäure das lösliche Albumin in unlösliches. Diese Wir-fhßg der verdünnten Säure wird aber auffallend herabgesetzt, bezie-hungsweise aufgehoben durch die Gegenwart von Pepsin in der Lö-jjjög. Es schien ein bestimmter Pepsingehalt nothwendig zu sein, umoben erwähnte Wirkung der Salzsäure möglichst vollständig auf-^heben.
Die Geschwindigkeit, mit welcher die Lösung und Umwandlung'j® r Albuminate durch künstlichen Labsaft erfolgt, ist abhängig 1) vonS Art und dem Aggregatzustande derselben, 2) von dem Gehalte des^bsaftes an Pepsin und Säure, 3) von der Natur der Säure, 4) von^r Menge der Albuminate, welche in einem bestimmten Volumen Ver-
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