180 Verdauung.
dauungsflüssigkeit bereits aufgelöst wurden, 5) von der Temperatur-Coagulirte Albuminate werden rascher umgesetzt als nicht coagulirt e )Casein rascher als die übrigen Albuminate, Salzsäure wirkt unterallen Säuren am kräftigsten; mit dem Anwachsen der Säure nimmt dieumsetzende Kraft der Mischung erst zu, dann aber wieder ab. Fr*'sches Blutiibrin verlangt 0,8 bis 1 Thl. Salzsäure auf 1000 Thle. Ge-misch (Brück e)j coagulirtes Albumin 1,2 bis 1,6 Thl. Säure (Brücke))Kleber und Casein scheinen ein ähnliches Verhältniss zu bedürfen-Auch von dem Pepsingehalte des Verdauungsgemisches ist die Ge'schwindigkeit der Auflösung bis zu einem gewissen Grade abhängig’Im Allgemeinen genügen zur Auflösung minimale Quantitäten Pepsins.Weniger wie 1 Thl. Pepsin auf 60000 Thle. angesäuerter Verdauung 3 'fliissigkeit genügt, um Stücke geronnenen Albumins bei Blutwärme inwenig Stunden vollständig zu lösen. Eine Vermehrung des Pepsinswirkt keineswegs in geradem Verhältniss beschleunigend, auch scheintes, als ob ein Pepsingehalt, der im Verhältniss zum Säuregrad zu hochist, die Verdauungskraft des Gemisches beeinträchtige (Meissner)-Brücke fand, dass von zwei Proben flüssigen Albumins, die mit gleichviel Säure aber ungleich viel Pepsin versetzt waren, diejenige, welcheweniger Pepsin enthielt, sich rascher umwandelte. Mit der fortschrei'tenden Verdauung nimmt die Geschwindigkeit der Umwandlung ab,indem einerseits die Säure wegen der in Lösung gegangenen Albumi-nate mehr und mehr unwirksam wird, und andererseits auch das Pep'sin allinälig seine Wirksamkeit einbüsst. Innerhalb gewisser Grenzennimmt die Schnelligkeit der Auflösung mit der Temperatur zu. Di®günstigste Temperatur ist eine zwischen 35° bis 45° C. liegende.
Die Versuche, welche man über die Wirkungen speichelfreiensauren Magensaftes von Menschen und Thieren auf Nahrungsstofle an*gestellt hat, haben im Allgemeinen Resultate gegeben, welche den b« 1künstlichen Verdauungsflüssigkeiten erhaltenen entsprechen. Erwäh"nenswerth sind folgende Thatsachen : vollkommen speichelfreier Magen-saft, der freie Säure enthält, äussert weder aufAmylum noch auf Zucketeine umsetzende Wirkung; stumpft man aber die freie Säure ab,verwandelt er bei Körperwärme den Zucker in Milchsäure. Nach F-Hoppe’s Erfahrungen verhindern nicht zu geringe Mengen Magensaft 3die Milchsäuregährung des Milchzuckers. Versuche an Thieren undMenschen ergaben ferner das übereinstimmende Resultat, dass ein sau-rer Magensaft uro so reichlicher Albuminate bei Körperwärme löst, j esaurer (bis zu einer gewissen Grenze) er ist. Wird die Säure abge'stumpft, so büsst der Magensaft des Hundes und wie es scheint, auchder des Menschen sein Vermögen ein, lösend auf Albuminate zu wir-ken. Das Verdauungsvermögen des Magensaftes wird aufgehoben durchKochen, durch Sättigen der freien Säure mit Alkalien, oder mit phos-phorsaurem Kalk, durch schweflige und arsenige Säure, Gerbsäure)Alaun, die meisten Metallsalze, endlich durch Galle (Hiibbenet); g e 'hemmt durch Alkalisalze, Sättigung des Magensaftes mit PeptoneUoder anderen organischen Substanzen, Gegenwart von zu viel freie 1Säure und reichliche Beimengung von Speichel.
Fassen wir schliesslich den Verdauungsprocess im Ganzen in sei-ner Beziehung zu den einzelnen Nahrungsstoffen auf, so können tv irNachstehendes als mehr oder weniger festgestellt betrachten:
Cellulose wird durch die Verdauung nicht verändert; doch wär®