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Verdauungsgase. 183
Schlingen enthaltenen Gase über Quecksilber aufgefangen; oder erbrachte den Magen- und Darminhalt unmittelbar über Quecksilber,setzte ihn dann einer Temperatur von 25° bis 30° C. aus und analysirtedann die durch Gährung entstandenen Gase. Nach den Untersuchun-gen von Planer findet bei normaler Verdauung Gasentwickelung imKlagen nur ausnahmsweise statt; Wasserstoff wurde von ihm in den^tagengasen niemals aufgefunden. Da er beobachtet hatte, dass sichbei der Gährung des Dünn- und Dickdarminhalts eine freie Säure ent-wickelt hatte, auf deren Zunahme die Gährung schwächer wurde, wäh-rend sie nach der Neutralisation der Säure wieder lebhafter wurde, sostellte er Versuche an um zu ermitteln, ob die freie Säure des Magen-saftes Grund der im Magen so seltenen Gasentwickelung sei. Aus die-sen Versuchen ergab sich die Richtigkeit dieser Voraussetzung undz ügleich, dass Zusatz von Magnesia zur Nahrung die Bildung derGase im Darmcanal namentlich auch des Wasserstoffs befördert, Zu-satz von Säuren sie dagegen hemmt. Diese Thatsachen könnte diepraktische Medicin verwerthen. In den weiteren Stadien der Verdauung>tn Darmcanal findet nach Planer bei Fleisch- und Pflanzenkost an-fänglich Bildung von Kohlensäure und Wasserstoff, später nur Bildungv on Kohlensäure statt. Nach Fleischkost findet sich im DickdarmSchwefelwasserstoff, nicht aber bei Pflanzenkost; bei letzterer Art derNahrung ist die Gasentwickelung übrigens ungleich bedeutender. Sumpf-gas konnte Planer niemals in den Verdauungsgasen der Hunde nach-Weisen.
Nachfolgende Tabellen geben die quantitativen Resultate der?la ner’sehen Versuche:
Versuchsbcdingungen.
Magengase.
Dünndarmgase.
Dickdarmgase.
Kohlensäure
Sauerstoff
Stickstoff
Kohlensäure
Wasserstoff |
Sauerstoff
Stickstoff
Kohlensäure
Wasserstoff
Schwefel-
wasserstoff
Stickstoff |
I. Fleischkost,
3 St. nach der Mahlzeit
25,2
6,1
68,7
40,1
13,9
0,5
45,5
74,2
1.4
0,8
23,6
Ö. Fleischkost,
5 St. nach der Mahlzeit
—
—
—
—
—
—
—
98,7
—
1,8
—
{II. Brotfiitterung.
—
—
—
38,8
6,3
0,7
54,2
—
—
—
W. Hülsenfrüchte.
32,9
0,8
66,3
47,3
48,7
4,0
65,1
2,9
—
6,9
Die Gährungsgase des Dickdarminhalts nach achttägiger Gährungbestanden bei Fleischkost aus 98,7 Proc. Kohlensäure und 1,3 Proc.Schwefelwasserstoff; nach 24stündiger Gährung bestanden die Gäh-•'Ungsgase des Dünndarms aus 80,7 Proc. Kohlensäure und 19,3 Proc.Wasserstoff, jene des Dickdarms aus 99 Proc. Kohlensäure und 1 Proc.Schwefelwasserstoff (bei Fleischkost). Bei Fütterung mit Hülsenfrüch-ten enthielten die Gährungsgase der Dünndarme nach 24stiindigerGährung 66,2 Proc. Kohlensäure, und 33,8 Proc. Wasserstoff, jene des^iekdarms 98,1 Proc. Kohlensäure und 1,9 Proc. Wasserstoff; nach'b'eimonatlicher Gährung bestand das Dünndarmgas aus 73 Proc.Kohlensäure und 27 Proc. Wasserstoff, jenes des Dickdarms nur ausKohl ensäure.