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ändert, dass ihre leimgebende Grundlage aufgelöst wird, während voBihren Erdsalzen nur so viel aufgelöst werden kann, als die disponiblefreie Säure des Magensaftes beträgt. Elastische und Horngewebewerden von den Verdauungsflüssigkeiten nicht angegriffen und sind alsvollkommen unverdaulich anzusehen. G.-B■
Verdauungsgase 1 ). Die imVerdauungscanal vor sich ge'henden chemischen Processe sind mehr oder weniger mit Gasentwicke*lung verbunden. Dieselbe findet vorzugsweise im Dünn- und Dick'darm statt, zeigt sich aber zuweilen auch schon im Magen (AufstoS-sen). Bedeutendere Gasansammlungen im Magen sind übrigens immerschon pathologischer Natur. Auch verdanken die im Magen auftreten'den Gase zum Theil ihren Ursprung der mit dem Speichel und derNahrung herabgeschluckten atmosphärischen Luft.
Von der richtigen Ansicht ausgehend, dass eine genaue Kenntnis 9der bei der Verdauung in den verschiedenen Abtheilungen des Darm'canals auftretenden Gase für die Lösung der vielfach erörterten Frag e >welcher Natur die im Verdauungsschlauche vor sich gehenden chemi"sehen Processe seien, wichtige Aufschlüsse verspreche, hat man wieder'holt diese Gase einer mehr oder weniger genauen Untersuchung unter'worfen. So untersuchten Magendie und Chevreul die Magen- undDarmgase von hingerichteten gesunden Verbrechern, Chevillot jenevon an Typhus Verstorbenen, Marchand die Flatus von Menschen,Valentin endlich die Magen- und Darmgase durch Verblutung ge*tödteter Pferde.
Diese Untersuchungen ergaben als Hauptbestandtheile der Magen'gase Stickstoff, Sauerstoff und Kohlensäure, und als jene der DarmgaseKohlensäure, Stickstoff, Wasserstoff, Sumpfgas und Schwefelwasserstoff-Ausserdem wollte man auch Ammoniak ira Darme aufgefunden haben-Abgesehen aber davon, dass die betreffenden Gase oft älteren Leichenentlehnt waren und von an Krankheiten Gestorbenen herrührten, sinddie Untersuchungen zu einer Zeit angestellt, wo die Methoden derGasanalyse noch wenig ausgebildet waren, ihre quantitativen Ergeb'nisse haben daher gegenwärtig einen so zweifelhaften Werth, dass W lfsie hier mitzutheilen unterlassen. Neuerlichst aber sind von P1 an erund von E. Rüge Analysen der im Magen und Darmcanal sich ent'wickelnden Gase angestellt, die einerseits in der exacteren Methodeund andererseits in günstigeren und rationelleren Versuchsbedingunge 0eine grössere Garantie dafür darbieten, dass sie annähernde Ausdrück 0der thatsächlichen normalen Vorgänge seien. Diese Versuche steh 011mit den älteren mehrfach in Widerspruch.
Planer experimentirte mit Hunden, welche einige Tage hintet'einander eine bestimmte Nahrung erhalten hatten. Einige Stund® 11nach der Mahlzeit wurden die Thiere getödtet, die Wände des Darr» 1 'canals sogleich nach Eröffnung der Bauchhöhle mit Fett bestrichen, d ieeinzelnen Abschnitte des Darms abgebunden und dann die in de 11
t) Literatur: Chevreul et Magendie, Annal. de chim. et de phys.
XI, p. 292. — Chevillot, Journ. de chim. mdd. Vol. V, p. 596. — Valentin’Arch. f. physiol. Heilkunde Bd. XIII, S. 356. — Marchand bei Lehmann, Lehr "der phys. Chem. 2. Aufl. Bd. II, S. 107. — Planer, Sitzungsber. der k. Ak** 'd. Wissenschaft, zu Wien; Math, naturw. Classe Bd. XLII. — E. Rüge, ebenda-Bd. XLIV, S. 739 u. Chem. Centralbl. 1862, S. 347.