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Vergiftung. 193
Pfehlenswerth, langwierig und umständlich. — Erhitzen mit concen-tr irter Salpetersäure (Orfila) ist ebenfalls nicht sehr empfehlens-^erth, und hat namentlich in Deutschland wenig Freunde gefun-den. — Verpuffen mit Salpeter (Rapp. Orfila. ChevalliertKöhler); die von Wühler angegebene zweckmässige Modifica-hon dieses Verfahrens ist ganz besonders anwendbar in solchen Fäl-len, wo es sich um die Untersuchung ganzer in Fäulniss und Ver-lesung übergegangener Leichen handelt. Man erwärmt mit Salpeter-8 äure, bis ein gleichartiger Brei entstanden ist, neutralisirt mit Kali-Hydrat oder kohleusaurem Kali, setzt Salpeter zu, bringt zur Trockne,Und verpufft im hessischen Tiegel. — Behandlung mit KönigswasserCG aultier de Claubry. Malaguti und Sarzeau). Ueber dieZweck-toässigkeit dieses Verfahrens liegen noch zu wenig Erfahrungen vor.Ein eigentümliches Verfahren, speciell für die Ausmittelung des Ar-s 8ns bestimmt, ist das vonFyfe und Schneider beschriebene, welchesdarin besteht, die Untersuchungsobjecte mit Kochsalz und Schwefel-,8 aure der Destillation zu unterwerfen, wobei sich vorhandenes Arsenuls Chlorarsen verflüchtigt und in der Vorlage verdichtet, wo es nähergeprüft werden kann. Auch durch blosse Destillation mit rauchenderSalzsäure gelingt es Arsensauerstoffverbindungen in Chlorarsen über-bituhren, allein wenn das Arsen an Schwefel gebunden wäre, so würdediese Modifieation des Verfahrens nicht zum Ziele führen, da Schwe-felarsen von Salzsäure nicht umgesetzt wird. Die Schnei der’seheMethode liefert gute Resultate bei verhältnissmässig einfachen Gemen-gen, wie Milch, Suppe, Erbrochenes, Brot etc., nicht aber bei nament-lich fettreichen Geweben, wo die erhaltenen Destillate zu sehr mit'femdartigen btoffen verunreinigt sind, um direct mit Schwefelwasser-stoff auf Arsen geprüft werden zu können. Auch sind die Rückständev 0n der Destillation meist noch arsenhaltig, und man erhält daher nicht^les Arsen in den Destillaten. Endlich muss auch noch das Ver-ehren von Reinsch erwähnt werden, welches aber zunächst nur beiArsenik- und Quecksilbervergiftungen anwendbar ist, und darin besteht,die organischen Gemenge mit Salzsäure auszuziehen, und in die Lö-b*ng einen blanken Kupferstab zu stellen, worauf sich die meisten gifti-gen Metalle als Beschlag absetzen, und hierauf näher geprüft werdenkönnen. Dieses Verfahren wird in England vielfach in Anwendunggezogen, wir möchten ihm aber nicht unbedingt das Wort reden. Un-t(; r allen Methoden zur Nachweisung metallischer Gifte ist unserenbeifachen Erfahrungen zufolge das vonFresenius und Babo empföh-le unbedingt das zweckmässigste, reinlichste und sicherste, und ge-battet auf alle anorganischen Metallgifte Rücksicht zu nehmen.
Für die Prüfung auf Phosphor eignet sich das neuerlichst vonFresenius und Neubauer verbesserte Verfahren von Blondlot und^ussard (Grünfärbung der Wasserstoffflamme) am Besten. Es kanni: Weckmässig mit der Mitscherlich’schen Methode combinirt werden.
Zur Aufsuchung organischer Gifte lässt sich eine allgemeine Me-rode durchaus nicht angeben, und wird sich das Verfahren stets nachHer Natur des besonderen Falls zu richten haben. Handelte es sichAlkaloide, so besitzen wir in der Stas’schen Methode ein treff-ll ches Verfahren. In der jüngsten Zeit ist für den Nachweis von Al-^aloiden eine andere Methode von v. Uslar und J. Erdmann em-pfohlen worden, worüber die bisherigen Erfahrungen günstig lauten,
' tlandwörterbuch der Chemie. Bd. IX. 13