194 Verglühen.
und welche sich namentlich gut für den Nachweiss nichtfliichtiger Al'kaloide eignet, Mit der von Palm daran angebrachten Modificatioßbesteht sie darin, die zu untersuchenden Massen mit Wasser auszuzie*hen, welches mit Phosphorsäure schwach angesäuert ist, und daniü1 bis 2 Stunden lang bei 60° bis 80°C. zu digeriren; man colirt durchein leinenes Tuch, zieht den Rückstand mit heissem phosphorsäurehal"tigen Wasser aus und verdampft die vereinigten Auszüge bis zu dick-licher Consistenz. Den Rückstand versetzt man mit Ammoniak im g e 'ringen Ueberschus3e, zieht 3- bis 4mal mit heissem Amylalkohol aus,und filtrirt die Auszüge sogleich durch mit Amylalkohol benetzte 9Fliesspapier. Das Filtrat enthält neben den Alkaloiden noch Fett undFarbstoffe gelöst. Um es hiervon zu befreien bringt man es in eincylindrisches Gefäss, versetzt es mit phosphorsaurem Wasser und schüt-telt kräftig durch. Das Alkaloid wird dadurch dem Amylalkohol entzo-gen und vom sauren Wasser aufgenommen während Fett und Farb-stoff beim Amylalkohol bleiben, welcher mit einer Kautschukpipetteoder mittelst eines Scheidetrichters mechanisch leicht getrennt werdenkann. Durch wiederholtes Behandeln der sauren heissen Flüssigkeitmit neuen Mengen Amylalkohols gelingt es leicht, Fett und Farbstoff®zu entfernen, so dass man zuletzt eine farblose Flüssigkeit erhält, i°welcher das Alkaloid an Phosphorsäure gebunden enthalten ist. Dies®Flüssigkeit durch Eindampfen concentrirt, wird mit Ammoniak im g®'ringen Ueberschusse versetzt, heisser Amylalkohol zugefügt und damittüchtig durchgeschüttelt. Nach vollständiger Sonderung der beidenFlüssigkeiten hebt man die obere, die Lösung des Alkaloids in Amyl'alkohol ab, zieht die zurückbleibende Flüssigkeit nochmals mit heissemAmylalkohol aus und verjagt nun durch Erhitzen auf dem Wasserbad®letzteren vollständig, wo dann das Alkaloid oft schon so rein zurück-bleibt, dass die Reactionen damit angestellt werden können. Wat®noch eine Reinigung erforderlich, so kann sie leicht auf dem eben be-schriebenen Wege vorgenommen werden.
Die Hoffnungen, welche nach den Beobachtungen Graham’s di®gerichtliche Chemie an die Anwendung der Dialyse knüpfen musst®!scheinen vorläufig nicht in Erfüllung gehen zu sollen. Es ist rich-tig, dass wenn man die organischen Gemenge auf den Dialysatofbringt, vorhandene Metallgifte und auch Alkaloide in das Dialys 3 *gelangen; die Diffusion geht aber im Allgemeinen so langsam von stat-ten, dass das auf dem Dialysator Befindliche sich bereits in Fäulnis 3befindet, wenn erst ein geringer Theil der Gifte dialysirt ist. Auchdie grossen Wassermengen, die man in Anwendung ziehen muss, sin^bei dieser Methode lästig, und es darf nicht verschwiegen werden, da 39immer auch extractive Materien und Farbstoffe mit hindurchgehen, s °dass man keineswegs immer zu unmittelbaren Prüfungen und Reacti 0 'nen geeignete Objecte erhält.
Eine vortreffliche Anleitung zur Ausmittelung der häufiger % atAnwendung kommenden anorganischen und organischen Gifte in g e 'richtlichen Fällen giebt das Schriftchen von J. Otto: Anleitung z ufAusmittelung der Gifte etc. 1 ). ' G.-B-
Verglühen, Vorbrennen heisst das erste schwächere Bre 11 'nen oder Glühen der getrockneten Porcellanmassen, welche später gl®'
L Fr. Vieweg u. Sohn, Braunschweig 1856.