272 Vestan. — Vestium.
das Zinn lösen, wenn man die Gegenstände in Kupfervitriollösung 1 )kocht. Verzinntes Eisen von dem Zinn zu befreien, gelingt auf viele 1 "'lei Weise. Man kann in concentrirter Schwefelsäure 2 ) erhitzen, welchedas Zinn löst, das Eisen fast nicht angreift, oder nach Schunk’s 3 ) Vot'schlag, indem man mit einer Lauge von Schwefelnatrium oder vonAetzkali und Bleiglätte 4 ) oder von chromsaurem Kali mit Aetznatro®die Weissblechschnitzel kocht.
Durch Anätzen der blanken verzinnten Blechoberfläche entsteh*der sogen. Moire metallique (s. d. Bd. V, S. 354). V-
Vestail nannte Jenzsch 5 ) eine isomere Modification der Kiesel'säure, von welcher er anorthische Krystallgestalten gefunden zu habenglaubte. Die Kieselsäure wäre dann dimorph, die von ihm aufgestell*®anorthische Species soll in Melaphyren Vorkommen und früher Fet*'quarz genannt worden sein. Zu Messungen geeignete Krystalle fa®er nicht, jedoch gestatteten ihm Spaltungsstücke annähernde Win'kelmessungen. Drei Spaltungsrichtungen ergaben ein schiefwinklig® 8Parallelopipedon. Werden in Folge seiner angenommenen Stellung d 10beiden senkrechten Flächenpaare mit t und m bezeichnet, t ®^schmälere links, m als breitere rechts gestellt, während das dri** 0schiefe Flächenpaar mit o bezeichnet wird, so sind die Neigung®winkel der drei Spaltungsflächen folgende: t-.m ungefähr = lll’o:m ungefähr 91°, oit ungefähr 84!/ 2 °. Wird die Abstumpfungsflä®* 10derdurch diese drei Kanten gebildeten Ecke p genannt, so fand Je n z sC ^die Neigung von p:o = 133° und p als vierte Spaltungsfläche. Erf*®ferner den Vestan leichter spaltbar als Quarz, doppelt lichtbreche®^’kälter anzufühlen als Quarz, durchsichtig bis durchscheinend, wasserh eund gefärbt, wachsartig glänzend mit Neigung in Demantglanz, et"'®"härter als Quarz, das specif. Gewicht = 2,649. Löthrohrverhalten ® nZusammensetzung ist die des Quarzes. , j
Aus Allem geht hervor, dass die Existenz einer anorthischen Ki ß “ 0 _säure noch nicht erwiesen ist, denn die annähernden WinkelbesW®mungen lassen die Gestalten als verzerrte des Quarzes betrachten, “die Winkel auf die Pyramidenflächen desselben hindeuten. Ausserd el11stimmt das mindere specifische Gewicht nicht mit der höheren Bä rt0 ’weil in der Kegel dimorphe Species bei der grösseren Schwere höh®® 0Härte zeigen. Das kältere Anfiihlen ist auch nicht maassgebend, " eJdies zu wenig bemessen werden kann.
Vestium nannte Gilbert 6 ) (nach dem Entdecker unddem Planeten Vesta) ein Metall, welches v. Vest in einem NickeKQ^als neu aufgefunden zu haben glaubte, und welches er Junonium oder brium genannt hatte. Untersuchungen von Trom msdorf 7 ), Farad® 7und Wollaston 8 ) zeigten, dass dieses Metall unreines Sclnve* 0 'nickel sei.
1) Dingl. polyt. Journ. Bd. CXXVII, S. 163. — 2 ) Dingl. polyt. ■JVaBd. CXLVIII, S. 234. — 3) Dingl. polyt- j ourn Ba CXIII, g_ 373 _ _ 4)polyt. Journ. Bd. CXLIV, S. 114. Yergl. Jacobson, Chem. Centralbl. .
S. 232, und Bolley, Schweig, polyt. Zeitschrift 1857, S. 92 und unterftilb*säure: Zinnsaures Natron. — 5) Pogg. Annal. Bd. CV, S. 320. —*
Annal. Bd. IX, S. 107 u. 387. — 7) Trommsdorff N. Journ. Bd. III, 1, S. 298) Gilb. Annal. Bd. LXII, S. 80.