Band 
Neunter Band.
Seite
286
JPEG-Download
 

286 - Viscinol. — Viscinsäure.

unlösliche gelblichbraune Körper wird mit Aether etwa 12 Stundetbei gewöhnlicher Temperatur macerirt; dieses Ausziehen wird 5 bi*6 Mal wiederholt. Uer durch Verdampfen der ätherischen Auszüg ebleibende Rückstand wird nach vollständigem Verjagen des Aether®mit kaltem Alkohol durchgeknetet, und wenn dieser nichts mehr au*'nimmt, einige Tage unter öfterem Durchkneten mit Wasser in Berüh-rung gelassen. Wird die unlösliche Masse nun bei 120° C. getrocknetso soll der Rückstand reines Viscin sein von der ZusammensetzungCgo^ 23 Og. Es ist klar farblos, fast geruchlos und geschmacklos, b e *gewöhnlicher Temperatur von Honigconsistenz, lässt sich nicht zu sehrzähen Fäden ausziehen, vom speciftschen Gewicht des Wassers ; es w**^bei 30° C. flüssiger, bei 100° C. ist es flüssig wie Mandelöl und mach*auf Papier einen Fettfleck.

Das Viscin reagirt schwach sauer; Verbindungen sind nicht dat"gestellt.

Durch trockene Destillation wird das Viscin unter einem vo* 1210°C. bis über 275°C. steigenden Siedpunkt zersetzt; es geht zuef s *ein dünnflüssiges Oel über, später ein grünliches Oel und dann ei** ebutterähnliche krystallinische Masse; in der Retorte bleibt ein schwar-zer asphaltähnlicher Rückstand.

Das zuerst übergegangene sehr dünnflüssige gelbliche Oel 1*3*Reinsch Viscen genannt; es riecht brenzlich, reagirt sauer, hat einspecif. Gewicht von 0,85 und destillirt bei 226°C. fast vollständig über'Mit Natronlauge gemischt erstarrt es zu einem krystallinischen Bru-der mit Wasser destillirt ein angenehm riechendes Oel Viscinogenannt giebt; das unrein zurückgebliebene Natronsalz enthtibViscinsäure, diese Säure ist ein Oel von schwachem der Angelika'säure ähnlichem Geruch, stark sauer reagirend; das Natronsalz dieserSäure ist krystallinisch butterartig, es ist nicht löslich in Wasser, »b erziemlich leicht löslich in Weingeist.

Der in Alkohol und Aether unlösliche Bestandtheil des roher*Viscins enthält Viscautschin; um es zu reinigen wird der Rückstau* 1wiederholt mit rectificirtem Terpentinöl behandelt, wobei Pflanzenlas 0 *und eine braune flockige Masse zurückbleibt; die Lösung in Terpentin 0wird mit Wasser versetzt abgedampft; der klare gelbliche Rücksta**wird nun in Aether gelöst (worin er jfetzt löslich ist); der Aether w* rverdampft und der Rückstand wiederholt mit Weingeist ausgewasche* 1und dann bei 120°C. getrocknet.

Das Viscautschin hat die Zusammensetzung C 8 H g O (nach R e i n s ceine Verbindung von Cautschuk C 8 H 7 mit Wasser) einen schwache* 1Geruch, ist fast geschmacklos, von 0,978 specif. Gewicht; es ist ausset-ordentlich zähe, klebend wie frisches Baumwachs und elastisch, es lä® ätsich zu sehr feinen Fäden ausziehen; bei 120°C. hat es die Conäiste** 2von Baumöl. Das Viscautschin ist die Substanz, welche dem Vog eleim seine klebende Eigenschaft ertheilt. Das rohe Viscin enthält etw»0,5 Viscin, 0,2 Viscautschin und 0,3 wachsartige Substanz, Fe-

Viscinol. Ein indifferentes Oel durch Zersetzung von Vis* 3 * 11erhalten (s. oben).

Viscinsäure nennt Reinsch ein Product der trocken eDestillation von Viscin (s. oben).