484 Wärmewirkungen bei chemischen Vorgängen.
entwickelt z. B. (vergl. S. 482) der auf Kosten des im Kupferoxydenthaltenen .Sauerstoffs verbrennende Wasserstoff nicht so viel Wärm«'wie in freiem Sauerstoffgas verbrennender, sondern um so viel wenig« 1 '’als die bei Verbindung des verzehrten Sauerstoffs mit Kupfer frei g e "wordene Wärme beträgt. Aber bei der Verbrennung von Kohle » lltKosten des im Stickoxydul enthaltenen Sauerstoffs wird mehr Wärm®frei, als bei dem Verbrennen der Kohle in freiem Sauerstoffgas; 1 G.Th-Holzkohle entwickelt in Stickoxydul verbrennend etwa 11000 W.E-’in freiem Sauerstoffgas verbrennend nur 8080 W. E. Die grösser®Wärin.eentwickelung im ersteren Falle muss darauf beruhen, dass he 1der Zersetzung des Stickoxyduls Wärme frei wird. Dies fand sic'’auch bei Versuchen bestätigt, bei welchen Holzkohle verbrannt wurd®’die ein angemessen construirtcs Platingefäss umgab und erhitzte, durchwelches Stickoxydul geleitet wurde, das unter dem Einfluss der Ilit* 6zu Stickgas und Sauerstoffgas zerfiel; die hierbei sich zeigende Wärm®'cntwickelung war grösser, als der Verbrennung der Kohle entsprach-Nach Favre und Silber mann werden bei der Zersetzung von 1 A e< l'NO = 22 G.Th. Stickoxydul 8724 W.E. frei, bei der Bildungselben Menge Stickoxydul also ebenso viel Wärme gebunden. D aS=das salpetersaure Ammoniak in eine erhitzte Platinschale geworf® 3Zersetzung unter Erglühen zeigt, beruht nach Favre und Silberma nI>auf der Wärmeentwickelung bei dem Zerfallen des bei der Zersetzungzunächst entstehenden Stickoxyduls. • .
Favre : ) faud bei der Fortsetzung der Untersuchungen ober d 1 ®Wärmewirkungen bei chemischen Vorgängen noch mehrere solch®Fälle, für welche er die Grösse der Wärmewirkung, wenn auch Dlirindirect, ermitteln konnte. Nach ihm entspricht dem Uebergang1 Aeq. N 0 2 = 30 G. Th. Stickoxyd in 1 Aeq. N0 3 = 38 G-E^salpetrige Säure eine Wärmebindung von 6614 W.E., während bei d®Uebergang von 1 Aeq. NO a — 38 G. Th. salpetriger Säure in 1NO s = 54 G. Thi Salpetersäure 27269 W.E. frei werden. Bei d®^Bildung von 1 Aeq. Gl O = 43,5 G. Th. unterchloriger Säure wer 37370 W.E., bei der Bildung von 1 Aeq. GlO s == 75,5 G. Th. Ch^säure aus Chlor und Sauerstoff 65234 W.E. gebunden; bei der Zer s ,zung beider Oxydationsstufen des Chlors wird also beträchtich •Wärme frei. .
Es ist wahrscheinlich, dass solche Anomalien: Freiwerden *Wärme bei der Zersetzung von Verbindungen nach bestimmten VeE 13 ^nissen, darauf beruhen, dass in diesen Verbindungen ein Körpe®Bestandtheil derselben in einer anderen mehr Wärme gebunden .haltenden (vgl. S. 446) Modiflcation sich befindet, als diejenige i st ’welcher er nach der Zersetzung frei auftritt oder als Bestandthe 1eine neue Verbindung eingeht. Auch andere Betrachtungen. 1,3schliessen lassen, dass in verschiedenen Oxydationsstufen des S tlC ^® te pund des Chlors Sauerstoff in dem sogenannten activen oder ozonB 1 ^Zustand enthalten sei. Nimmt man an, dass die Umwandlungwohnlichen oder inactiven Sauerstoffs in activen von Wärmebinbegleitet sei, der active Sauerstoff also mehr Wärme gebunden enals der iuactive (bei der Verbrennung durch ersteren müsste da lin
D Journ. de pharm, et de chim. [3.] T. XXIV, p. 241, 311, 412; in 1Annal, d. Chcm. u. Pharm. Bd. LXXXV1II, S. 170.
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