Band 
Neunter Band.
Seite
554
JPEG-Download
 

554

Wasserglas.

in

,fen

mit Kieselsäure gesättigte Kalilösung verschaffen und trug deshalbdie Lauge so viel als möglich reine Kieselsäure ein. Beim Abdampder Lösung bildete sich auf der Oberfläche eine Haut, welche nicht z elfliesslich war und an der Luft glasähnlich wurde. Ward in die so er-haltene concentrirte Lösung irgend ein Gegenstand getaucht, so e r "

hielt derselbe einen glasartigen sehr fest haftenden und an der

Luft

desselben Vorbehalten.

Das Wasserglas wird in ähnlicher Weise wie mit Kali auch

Natron dargestellt, und man unterscheidet hiernach Kali- oder

jja-

n>ft

tronWasserglas. Im Handel gesellt sich zu beiden noch daspelwasserglas, eine Mischung von Kali- und Natronwassefg^.,sowie das Fixirungs Wasserglas, gewöhnliches Kaliwassergl® 9zugesetzter Natronkieselfeuchtigkeit 1 ). g

Die Verhältnisse der Rohmaterialien, welche zur Darste *tder verschiedenen Wasserglassorten dienen, sind nach Fuchs-)folgenden. Zu Kaliwasserglas werden 15 Thle. Quarzpulver oderner Quarzsand, 10 Thle. gut gereinigte Pottasche und 1 Thl. 1 ^

kohlenpulver genommen; für Natron Wasserglas 2 2 J / 2 Thle. Q' 1 ®IO /2 Thle. wasserfreies kohlensaures Natron und 3 Thle. Holzkot ^pulver. Das Doppelwasserglas 3 ) erhält man durch Zusammenschrn evon.50 Quarz, 14 gereinigter Pottasche, 11 wasserfreiem kohle 113ren Natron und 3 Holzkohlenpulver. Die Materialien werden g 11 ^ p ,mischt und in Glashäfen im Glasofen geschmolzen. Nach 5 bis 6 ft,

den fliesst die Masse ohne Schäumen; sie wird dann au?g esC r \)Natronwasserglas und Doppelwasserglas schmelzen viel leicht® 1 " pKaliwasserglas; die Einwirkuung der Hitze kann deshalb bei F l,r ’ plung der ersteren horten eine kürzere sein. Zu technischen ^ e tbedarf man nur der Lösung und sie ist auch die Hauptform in 'J. ge-das Wasserglas im Handel vorkommt. Zur Bereitung wird 1 g ; e .schmolzene Masse eines Satzes gepulvert, in etwa 5 Xheil e ^ eS geldendes Wasser allmälig eingetragen und in einem eisernen gj e .

unter Ersatz des verdampfenden Wassers 3 bis 4 Stunden 1111den erhalten. Nach dieser Zeit hat sich die Masse bis ■’J 1 z»h egewissen Absatz gelöst. Es wird noch fortgekocht bis el ffS-

fadenziehende Haut auf der Oberfläche erscheint. Die Gon

■- c pllh

1) Berg- u. hüttenm. Zeitg. 1861, S. 440; Dingl. polvt. Journ.

S. 44. — 2 ) Fuchs, Gesammelte Schrift. S. 261; Dingl. polyt. Journ. ^ cfS tS. 365. — s ) Die Vorschrift zur Bereitung von Doppehvasserglas wur '?.jpDöbereiner gegeben (Pogg. Annal. d. Chem. u. Phys. Bd. XV, S. 2 >■

völlig zu einer spröden Masse austrocknenden Ueberzug. Nach d®vor Fuchs herrschenden Ansicht existirten nur zwei Verbindung 6 ®der Kieselsäure mit den Alkalien; die eine mit überschüssigem Alk®„Kieselfeuchtigkeit“ war in Wasser löslich und an der Luft zerfh® 3,lieh; die andere mit überschüssiger Kieselsäure das gewöhnliche Gwar luftbeständig und'unlöslich in Wasser. Das Fuchs’sche Alk®silicat wich nun von diesen beiden Arten in seinen Eigenschaften 'lig ab, es war luftbeständig und doch in Wasser löslich. Fu°nannte die neue so verschiedene Verbindung Wa sse rgl a s , weißNamen sie heute noch führt. — Die Bedeutung des Wasserglasesviele technische Zwecke wurde bald nach seiner Entdeckung von Fu®erkannt, allein erst der neuesten Zeit war die gesteigerte Verwende

ruft