556 Wasserglas.
welche so lange unter Umrühren mit einer eisernen Stange der Schmelz*temperatur ausgesetzt bleibt, bis keine schweflige Säure mehr entweich**Uebrigens ist es nicht nothwendig, die letzten Spuren des Schwefe*durch Erhitzen auszutreiben. Diese können zweckmässiger, wie Fuchsangeführt, durch Kupferdrehspäne oder Kupferoxyd entfernt werden*Man erkennt leicht die gelungene Wasserglasbildung, wenn man eiö eProbe in kochendem Wasser löst und die Lösung mit Chlorammonium 0fallt; es muss hierdurch ein dicker Niederschlag von Kieselsäurehydraentstehen. Wäre die Kieselsäure = Si 0 2 und das Wasserglas ei°vierfaches Silicat NaO . 4Si0 2 , so wären die Verhältnisse der zur D» r 'Stellung anzuwendenden Rohmaterialien: 100 Thle. Quarzpulver, 0Thle. entwässertes Glaubersalz und 20 Thle. Kohle. ^
Das Wasserglas wird nicht allein auf trockenem sondern auch a unassem Wege im Grossen dargestellt. Kuhlmann in Lille 1 ) h e 'reitete es, indem er Aetzlauge unter sieben- bis achtfachem Atmosphäre 0 'druck auf gepulverten Feuerstein wirken lässt.
Liebig machte gleichfalls eine Methode zur Bereitung desWa sserglases 2 ) auf nassem Wege bekannt, sie gründet sich auf die Verwe°düng der in mächtigen Lagern bei Oberohe in Hannover vorkomm e °'den amorphen Kieselsäure 3 ) (Infusorienerde, Kieselguhr). Die Meth° deist in ihrer Ausführung äusserst einfach. Jeder, der die zur Bereitu 0 ?dienenden Rohmaterialien und einen eisernen Kessel besitzt, kannnen Bedarf an Wasserglas selbst darstellen.
Die Infusorienerde enthält nach Wicke 4 ) 2,28 Proc. organisSubstanz/es ist daher zweckmässig und zur Erzielung eines nichtfärbten Präparates nothwendig, die Erde vor ihrer Verwendungglühen. Nach dem Glühen ist die Erde roth. Sie wird durch ® ^Sieb gegeben und die kleinen Knöllchen in derselben, welche der E°^Wirkung der Aetzlauge leicht widerstehen, zerrieben. So vorbei' 61 ^trägt man sie portionenweise in die siedende Kali- oder Natronl° u » gSie löst sich sehr leicht auf und es bleibt nur eine geringe M e0 °von Sand und ein Absatz von Thonerde, Eisen und Kalk ung c ^_Sind etwa drei Viertel der Kieselerde in die Lauge eingetragen, s° ' gSdickt sich durch Ausscheidung eines flockigen voluminösen NiederschDf?die Masse. Sie wird mit Wasser verdünnt und der Rest derKie se er 0zugesetzt. Löst sich durch fortgesetztes Kochen nichts mehr auf:trennt man vom Absätze und wäscht den Niederschlag aus. Die sohaltene rohe Wasserglaslösung hat eine rothbraune Farbe und kan°vielen technischen Zwecken dienen. Man erhält dieselbe Lösung 4’ r ^ e rwenn man Infusorienerde mit Kalilauge zusammenstampft, einige Ze>t^_Wärme aussetzt und dann in Wasser löst. Will man die rohe W ^glaslösung reinigen, so setzt man kalt Kalkwasser hinzu und eilangsam zum Sieden. Es scheidet sich ein flockiger hellbrauner^ 11 ®schlag 5 * ) aus, der beim Sieden der concentrirten Flüssigkeit ,,
Kugeln zusammenballt und leicht durch Abseihen oder Abgiess eD
«et*
ch e
h
!) Liebig, Abendbl. d. Münchner Ztg. 1855, Nr. 1; man vgl* ftUC og9.some, Technologiste 1857, S. 357; Dingl. polyt. Journ. Bd. CXL’V',
2 ) Libeig, Kunst- u. Gewerbebl. in Bayern 1857, S. 4; Dingl. l 10 ^\** s j8^
Bd. CXLIil, S. 210. — 3 ) Ehrenberg, Verhandlg. d. Berl. Akad. 1836 og2* ^
u. 1842 bis 1845. — 4 ) Wicke, Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. XCV, ^.j gen osf^’
5 ) Dieser Niederschlag besteht aus Kieselsäure. Kalk, Magnesia, Thonerdc. 1
Kali oder Natron und Phosphorsäure.