564 Wasserglas.
gebräuchliche nicht geleimte dicke Papier an und lässt das Wasser'glas von der Rückseite der Pastellmalerei öindringen. Nur so gelingtdie Fixirung, ohne dass das Gemälde dabei Schaden nimmt.
Schon längst wurde das Wasserglas als Mittel empfohlen, den 0«*und Lackfirniss zu ersetzen, überhaupt glänzende dauerhafte und durchWasser und Seife leicht zu reinigende Anstriche zu geben. Alle 1 ®diese Anstriche halten ohne einen für das Wasserglas bindenden Zus»^im Freien nicht gut aus, und wo ein solcher Zusatz stattfand, wäre 0wohl kleine Flächen mit der Anstrichsmasse zu überfahren, nicht ab eIgrössere, da dieFarbmasse sich bald verdickte. Creuzburg 1 ) sucht«daher die Methode des Wasserglasanstrichs zu verbessern. Er reib&die Farben nicht mit Wasserglas an, sondern nur mit einer Mischungvon gleichen Theilen Wasser und abgerahmter Milch; letztere, darnh
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sich die Farben nicht zu leicht abwischen. Ferner verdünnt er33grädige Wasserglaslösung mit 2 Theilen reinem Regenwasser,macht nun erst einen Anstrich mit Wasserglas, dann folgt ein solch fmit der Farbe und dann wieder mit Wasserglas. Es kann von eiuhalben Stunde zur andern immer ein neuer Anstrich aufgetragen ^_ erden und man kann hierbei versichert sein, dass der vorhergehende ih 1mer völlig trocken geworden ist. — Das Wasserglas ist leicht auft 11tragen, weniger leicht jedoch die Farbmasse. Sie wird nämlich ras«^eingesaugt und es ist deshalb eine schnelle und gleichmässige Auft r *gung geboten. Nach Creuzburg sind die zum Anstreichen gebräucliehen und geeigneten Farben, für Gelb: chromsaurer Baryt (etwas bla"/Neapelgelb (dunkler); für Blau: Smalte, Ultramarin; für GrünMischung von Gelb und Blau (nicht schon), grüner Ultramarin (hl® 1 ^grün) und Schweinfurtergrün; für Orange: das gewöhnliche Chrothelb (chromsaures Bleioxyd), auch die hellgelbe Sorte giebt auf W.las Orange; für Weiss: Bleiweiss und Zinkweiss, Permanentwe 1 ^Schlämmkreide; für Roth: Zinnober, Mennige; für Braun: Caputtuum, Englisch Roth; für Schwarz: Kienruss, Knochenkohle. Diesten übrigen Farben werden vom Wasserglas zersetzt und mehr 0weniger zerstört. Bei der obigen Anwendung muss das Wasser® ^jedenfalls schwefelfrei sein, damit es nicht mit den Metallfarben schrozige Töne giebt. . e9
Vielfache Versuche haben die Verwendbarkeit des Wasserg 1 “ ^in der Färberei 2 * * * * * * ) zum Befestigen und Niederschlagen der Beizen u {Mordants auf die Pflanzenfaser dargethan. In der Hauptsache b er ° g .diese Verwendbarkeit auf der leichten Zersetzung des Wasserg* adie Kieselsäure und die Basis des Mordants vereinigen und sch^ 0 ^sich fest und dauerhaft auf die Faser nieder. Nachdem dieeinige Zeit der Luft ausgesetzt waren , kann man durch Auswa®®das kohlensaure Kali oder Natron entfernen. Besonders vortl* el -j,beweist sich das WTasserglas in der Druckerei und zw-ar nicht a
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1) Creuzburg, Dingt, polvt. Journ. Bd. CXLIV, S. 292. ebei^® 9 '
2) Grüne, Dingt, polyt. Journ. Bd. CLXIV, S. 287. — Marquart,
S. 450. — Thellier-Verrier, Compt. rend. T. XLIV, p. 829. ■— W® ssC .T
Compt. rend. T. XLIV, p. 539; Dingl. polyt. Journ. Bd. CXLV, S. 539. C Ll>'
glas als Ersatzmittel des Kulidüngers in der Färberei s. Dingl. polyt. Journ- a ppret‘ 1 ' te
S. 384. Das Wasserglas als Füllungs- und Bescliwerungsmittel fttr we i s ®« y?as ser '
Baumwollenwaaren s. Grüne, Dingl. polyt. Journ. Bd. CXLIV, S. 2 • g ^g.
glas als Sehlichtmittel, Bd. 142, S. 449. — Leigh, Journ. of art. I 81 i