590 Wasserstoffhyperoxyd.
concentrirter Phosphorsäure zu, übersättigt mit befeuchtetem zerriebe-nen Bariumhyperoxyd und kühlt dabei mit Eis. Dabei scheiden siebKieselerde, die Phosphate von Eisenoxyd Manganoxyd und Thonerderasch in Flocken ab, von welchen man die Flüssigkeit durch Filtrirejjtrennt. Wäre keine Phosphorsäure zugefügt, so würden Eisenoxy uund Manganoxyd für sich niederfallen und starke Sauerstoffgaserd'Wickelung veranlassen. Sollte die Flüssigkeit noch mehr von dies eDOxyden enthalten, so fällt man dieselben durch etwas Barytwasserund filtrirt rasch ab. — Hierauf' fällt man den Baryt durch in g a ° zgeringem Ueberschuss zugesetzte Schwefelsäure und filtrirt. — *^ ieFlüssigkeit enthält dann bloss noch Wasser, Wasserstoffhyperoxyd, Sal zsäure und ganz wenig Schwefelsäure. Die Salzsäure entfernt n’ * * 3 ' 11durch Zusatz von reinem schwefelsauren Silberoxyd (ein Ueberschu sSdesselben kann durch Chlorbarium gefällt werden) und trennt die FD Ssigkeit durch Filtriren und Ausspressen vom Chlorsilber. — Die SclW efelsäure endlich entfernt man durch frisch gefällten fein vertheil teükohlensauren Baryt.
Die klare Lösung des Wasserstoffhyperoxydes concentrirt n* 811durch Verdunstung des Wassers unter der Glocke der LuftpumpeSchwefelsäure. — Sollten sich in der Flüssigkeit Kieselerdetlocken asetzen, welche Sauerstoffgasentwickelung veranlassen, so ist sie mitt®des Hebers davon zu decantiren; sollte sich Sauerstoffgas entwiche* >was eintritt, sobald die Flüssigkeit gegen 250 Maass Sauerstoffhält, so sind 2 bis 3 Tropfen verdünnte Schwefelsäure zuzufügen. WConcentration ist nach einigen Tagen beendigt, wenn die Flüssig*®bei der Zersetzung 475 Maass Sauerstoffgas entwickelt; denn die® ^Rückstand würde bei weiterem Verweilen im luftleeren RaumeGanzes verdampfen. — Das so gewonnene Wasserstoffhyperoxyd *» ^man in langen mit Stöpsel versehenen und mit Eis umgebenen Gl ^röhren auf bewahren; doch auch so zersetzt sieh dieser Körper alI ,,,8lig durch langsame Sauerstoffgasentwickelung (Thenard 1 ).
Nach Pelouze 2 ) zersetzt man das Bariumhyperoxyd durch ^ ■serige Flusssäure oder wässerige Kieselfluorwasserstoffsäure. Hi e ‘scheidet sich sogleich unlösliches Fluorbarium oder KieselfhiorDa 1aus. — Hat man eine hinreichende Menge Säure mit BariumhyPoxyd zusammengebracht, so filtrirt man die wässerige Lösung ßWasserstoffhyperoxydes ab und concentrirt sie im Vacuum neSchwefelsäure 3 ).
Diese Methode hat den Nachtheil, dass das Kieselfluorbaieinen Theil des Wasserstoffhyperoxydes innig fest hält, der durchwaschen kaum zu entfernen ist. Ausserdem ist das gebildeteoxyd durch das etwas lösliche Kieselfluorbarium verunreinigt (® cbein 4 ). p„.
Vollkommen reines Wasserstoffhyperoxyd stellt man nacnprey 5 ) dar, wenn man einen sehr raschen Strom reiner Kohle* 19in destillirtes Wasser leitet und in dasselbe von Zeit zu Zeit \-
gepulvertes Bariumhyperoxyd bringt. Hindert der dabei sich a ä
1) Vergl. auch L. Gmelin, Handb. d. Chem. Bd. I, S. 627. —
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Lehrb. Bd. I, S. 411. — 3 ) Vergl. Gmelin, Lehrb. d. Chem. Bd. 1, ■ y b>
4) Verhandl. d. Bas. Ges. Thl. II, Heft IV, S. 520. — 5 ) Compt. ren •
p. 736; Jahresber. 1862, S. 47.