596 Wasserstoffhyperoxyd.
Sauerstoffatome. Schönbein nimmt bekanntlich die drei allotrop e0Modificationen von Sauerstoff'an, die chemisch polaren Ozon und Aut*ozon, welche verbunden den gewöhnlichen inactiven Sauerstoff liefet 0(s. Bd. VII, S. 269). — Gewisse Sauerstoffverbindungen die Ozoni ®enthalten nun Sauerstoff in der Ozonmodification; den Ozoniden steler gegenüber die Antozonide, welche Sauerstoff in der Antozonmod 1fication enthalten. Zu den Antozoniden rechnet Schönbein ausser de°Hyperoxyden der Alkalimetalle und Erdalkalimetalle auch das WasserStoffhyperoxyd; trifft dieses nun mit einem der Ozonide, zu welche 0Schönbein u. a. Bleihyperoxyd, Chromsäure, Manganhyperoxyd °°Uebermangansäure rechnet, zusammen, so verbindet sich ein Ato 01Ozon des Ozonides mit einem Atom Antozon des Antozonides hierWasserstoffhyperoxyds, zu 2 Atom gewöhnlichem inactivem Sauerste twelcher entweicht (vgl. Superoxyde Bd. VIII,S.441). Auf diese W eiseerklären sic,h die merkwürdigen gegenseitigen Reductionen. Als ebe°solche fasst er auch die Zersetzungen des Wasserstoffhyperoxyds durChlor, Jod und Brom auf. Er betrachtet diese letzteren als z°Ozoniden gehörige Superoxyde von noch unbekannten Radicalen 011nimmt an, dass sie die Hälfte des bei ihrem Zusammentreffen mitW° s 'serstoffhyperoxyd sich entwickelnden Sauerstoffs lieferten.
Die Oxydation des Bleioxyds im Bleiessig durch Wasserst 0hyperoxyd und die darauf durch denselben Körper erfolgende Reductides gebildeten Bleihyperoxyds beruht, wie Schönbein 1 ) vermut 0 1auf den Massenverhältnissen, in welchen das Wasserstoffhyperoxyd tvuDie Annahme, dass das eine Sauerstoffatom in dem Wasserst 0 .'hyperoxyd in der Antozonmodificatiou vorhanden sei, gründet sich 01auf die Beobachtung, dass freies Antozon beim ZusammentreffenWasser jenes Hyperoxyd bildet; freies Ozon dagegen bildet mitW aSkein Wasserstoffhyperoxyd; im Gegentheil reducirt freies Ozon W° sSStoffhyperoxyd zu Wasser unter Entwickelung gewöhnlichenStoffs 2 ). ,. t? t
Diese Reduction des Wasserstoffhyperoxydes durch Ozon s ^ lC ,wesentlich mit die Theorie Schönbein’s über die gegenseitigeß etion dieses Hyperoxydes mit den oben als Ozoniden bezeichneten Iörp ^Nach neueren Mittheilungen v. Babo’s 3 ) wirkt das Ozon fu r ^nicht auf Wasser, oxydirt dieses aber allerdings zu WasserstoffhyP^ox-yd wenn es zugleich auf andere leicht oxydirbare Körper ein"' 1 .^So entsteht bei der Einwirkung von Ozon auf Jodkalium neben 1*
Jod, Kaliumhyperoxyd und jodsaurem Kali auch WasserstonWT r „oxyd. — Leitet man Ozon durch Jodkalium, so kann sich dasoxyd in den Gasblasen bilden und in diesen suspendirt fortgerissen ■ g
den. Es verursacht so in manchen Fällen jene nebelartigedes austretenden Gases, welche von Anderen bis dahin als vonozon herrührend angesehen wurde. — des
In weiterer Erwägung, dass das unter den Berührungsmnfl 0 ?®^,Platins gestellte Wasserstoffhyperoxyd die gleichen Oxydationsw 1 ^^gen wie Ozon hervorbringt, vermuthet Schönbein 4 ) ferner,
4 ) Verhandl. d. Bas. Ges. Thl. II, S. ?0; Jahresb. 1858, S. 57-
bein, Verhandl. d. Bas. Ges. Thl. II, S. 9 u. f.; Annal. d. Chem. u T 0ar ™,
S. 157. — 3 ) Annal. d. Chem. u. Pharm. II. Suppl. Bd. Heft III, S. ' gd,
4 ) Verhandl. d. Bas. Ges. Thl. II, Heft III, S. 254 u. f.; Pogg AnnS. 130; Jahresb. 1859, S. 62 u. f.
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