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Neunter Band.
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598 Wasser stoff hyperoxyd.

C. Weltzien 1 ) macht darauf aufmerksam, dass die Chemiker seitThenard nicht mehr mit reinem sondern nur mit salzsäurehaltigem Was-serstoffhyperoxyd gearbeitet haben; daraus erkläre sich z. B. die Wir-kung von Braunstein auf mit Salzsäure angesäuertes Wasserstoffhypei-oxyd und die Reduction des Braunsteins; derselbe bilde mit der Salz-säure Chlor, dieses aber zersetze das Wasserstoffhyperoxyd in Salz-säure und Sauerstoff. — Weltzien hält die Annahme besonderer Zu-stände der vorhandenen Elemente im chemischen Molekül für nicht zu-lässig und nicht nothwendig. Die von Schönbein angegebenenReuc-tionen seiner Ozonide und Antozonide Hessen sich durch doppelte Zer-setzung bei Annahme gewisser Lagerungen der Atome im Molekül ge-nügend erklären; so erklärten sich andere Fälle der Reduction a« 9einer reducirenden Eigenschaft des Wasserstoffhyperoxyds auf dieleicht reducirbaren Säureradicale einiger sogenannten Hyperoxyde, di eaber in Wahrheit Salze seien ; z. B.:

0 4 = ™io 3

1 »+ E

O2 ~|— O4

PbOJ^ , H)

Pbj ° 2 + h| W4 — Pbj'

In anderen Fällen, namentlich bei reinem Wasserstoffhyperoxyd’müsse man Contactwirkungen annehmen.

A. Riehe 2 ) hebt als gegen die Ansichten Schönbein’s über de 11Zustand des Sauerstoffs im Wasserstoffhyperoxyd sprechend her' -01 ’dass der Sauerstoff, welcher sich bei Einwirkung von coneentriW 4Schwefelsäure auf das Hyperoxyd entwickele, in erheblichem Gr® ^ozonhaltig sei; das bei Einwirkung von concentrirter Kalilauge slentbindende Gas sei dagegen ozonfrei. , ^

Feste Verbindungen des Wasserstoff hyperoxy de slI hnicht bekannt. Mit wässrigen Säuren scheint sich das Wasserst 0hyperoxyd förmlich zu verbinden, wie aus der durch dieselben bewirten grösseren Beständigkeit hervorgeht. Bei der NeutralisationSäure tritt die vorige leichte Zersetzbarkeit wieder ein. Erw»rman das Hyperoxyd bis zur Gasentwickelung, so hört dieselbe aufsatz einer Säure wieder auf. Auch die durch Metalle bewirkteSetzung kann man durch Säurezusatz hemmen (Thenard). g

Nach Schönbein 8 ) bildet sich beim Einleiten von Stickoxyd#in wässriges Hyperoxyd eine Verbindung N0 2 -j- 110 2 , welcheStickwasserstoffsuperoxyd nennt; dieselbe kann wie es sC ^j aSdurch Aether dem Wasser entzogen werden. Gelöstes Eiweiss undWasserstoff hyperoxyd selbst äussern keine Wirkung auf einander- jUeber das Verhalten des Wasserstoffhyperoxydes zu Blausäui®Attfield nach Beobachtungen von Robbin’s 4 ) Mittheilungen g erna . C ( j e tLässt man eine wässrige Lösung beider Substanzen stehen, so sC ^jt-sich nach etwa 10 Tagen ein weisser körniger Niederschlag ah- c jjfield erkannte denselben als Oxamid und erklärt dessen Bildung 11der Gleichung 2 H0 2 + 2 C 2 NH = C 4 ff 4 N 2 0 4 . to ff-

Nach L. Carius 6 ) verbindet sich höchst concentrirtes Was s ®W

hyperoxyd langsam mit Aethylen und deren Homologen, wobeilenalkohol u. s. w. gebildet wird.

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1) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. CXV, S. 121. — 2 ) Bullet, de 1» soC ’ j. ff,

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Seance 11. Mai 1860; Jahresb. 1860, S. 66. — 3 ) Verhandl. d. Bas.

Heft IV, S. 507. — 4 ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. CXXVIII, S- B* 1 -

of the chem. soc. London [2.) Vol. I, p. 94. — Annal. d. Chem.

CXXVI, S. 209.

pharm-