Band 
Neunter Band.
Seite
642
JPEG-Download
 

642 Weinsäureanhydrid, lösliches. — Weinsaure Salze.

Weinsäureanhydrid lösliches, ist wegen der nachLaurent und Gerhardt gleichen Zusammensetzung die Tartrelsäut 6(s. d. Bd. VIII, S. 517) genannt; dieser Körper soll aber noch durcBasen ersetzbares Hydratwasser enthalten, ist also kein Anhydrid.

Weinsaure Salze, Tartrylsaure Salze, Tartrat 6 ’Tartrates. Die Weinsäure C s H c 0 12 wird jetzt als eine zweibasis ctl

Säure betrachtet = 2 HO.C 8 B 4 O 10 oder ^ 8 ^ 4 jj 8 j 0 4 . Sie bildet ® eUtrale Salze 2RO.C 8 B 4 Oi 0 oder ^ 8 ^ 4 ^ 8 | 0 4 und saure Salze

H0 . C 8 H 4 O 10 oder ^ 8 jj 4 ß 8 j 0 4 . Berzelius bezeichnete die Sä<i re

C 4 H 3 0 6 als einbasisch und die neutralen Salze als RO . C 4 H 2 0 5 . In ei® 1 ,gen weinsauren Salzen kann die Säure als vierbasisch angesehen werde 0 '

4H0.C 8 B 2 0 8 oder ^ 6 ® 2 g 4 | 0 8 ; sie bildet Salze 4RO.C 8 fh^ 8oder 0 8 (s. unten).

1*4 j

Die weinsauren Salze sind in Bezug auf Zusammensetzung dur ß ^Berzelius 1 ), Dulk 2 ), Werther 3 ), Dumas und Piria 4 ) u. A-tersucht; de la Pro vostay e 5 ), Pasteur 6 ), Marignac 7 ) und R oI °_meisberg 8 ) haben die Krystallform untersucht, und Biot und? 9steur besonders das optische Verhalten der Salze ermittelt.

Die weinsauren Salze werden leicht durch Sättigen der relD .Basen oder ihrer kohlensauren Salze in wässeriger Lösung mit w®säure erhalten; bei Gegenwart von Alkohol zersetzt die Weinsäurekohlensauren Salze nicht, weil die Tartrate im Alkohol unlöslich ^Die in Wasser unlöslichen weinsauren Salze lassen sich auch l elCdurch doppelte Zersetzung besonders der weinsauren Alkalisalzestellen. jt

Pasteur zeigte dass alle Krystalle der weinsauren Salze iAusnahme des neutralen weinsauren Kalks) hemiedrische Fläche®der rechten Seite des Krystalls zeigen, und dass sie in Lösung di® 9larisationsebene des Lichts rechts ablenken. Die Alkalien (besonKali und Ammoniumoxyd) bilden mit Weinsäure leicht lösliche O 0r ,trale und schwerlösliche saure Salze; diese letzteren lösen sich indünnten Säuren nicht viel leichter als in Wasser, in Alkoholsie noch schwieriger löslich als in Wasser; sie lösen sich leichtNeutralismen mit wässerigen Alkalien oder deren kohlensauren o ^ 0l) .indem sie neutrale Salze bilden; während umgekehrt die gelöste 11tralen Alkalitartrate auf Zusatz von Säuren (Weinsäure, Essi» sa ,,Salzsäure u. s. w.) oder von sauren Salzen wie saurem-schwef e,sKali einen Niederschlag von saurem Kalitartrat (Weinstein) geben-

1) Annal.de chira. T. XCIV, p. 177; Pogg. Annal. Bd. XIX, S. 305; Bd -S. 4; Annal. de chim. et de phys. [2.] T. LXVII, p. 303; Journ. f- P rakBd. XIV, S. 350. — 2 ) Schweigg. Journ. Bd. LXIV, S. 180 u. 193;

Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. II, S. 39. — 3 ) Journ. f. prakt. Chem. [S-J

S. 383. — 4 ) Annal. de chim. et de phys. [3.] T. V, p. 353. ■— / 09 ?-

T. III, p. 129. — e ) Ibid. T. XXIV, p. 242; Compt. rend. T. XXIX, P- gg .

7 ) Reclierchös sur les formes crystall. de quelq. comp. chim. Gen. XB65» P

8 ) Pogg. Annal. Bd. XCVI, S. 18.