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Neunter Band.
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87 8 Zeugdruck.

worden. Lancashire und zwar die nächste Umgebung von Manchesterund Glasgow in Schottland sind gegenwärtig die Hauptplätze des Gross'brittanischen Zeugdrucks.

In Deutschland ist die Kattundruckerei im 17. Jahrhundert undzwar zuerst in Augsburg betrieben worden; fabrikmässiger Betrieb tri**dort erst 1720 auf und im Jahre 1759 entstand daselbst das gross 6und musterhafte Geschäft von J. H. Schüle. In Sachsen fälltGründung der ersten Druckerei in das Jahr 1740 und zwar befandsich diese in Zschoppau, fast gleichzeitig (1742) begann man mit Zeug'druck in Berlin. Böhmische Adelige führten die Fabrikation bedruck'ter Stoffe um das Jahr 1763 und 1764 in Biirgstein und Josephst-li® 1ein, nur wenige Jahre früher fällt die erste Gründung von Kattundn 1 'ckereien im Erzherzogthum Oesterreich. Berlin, Sachsen, Augsburg’Grossherzogthum Baden, Elberfeld, Schlesien, Böhmen, Voralberg, d> 6Umgebung von Wien sind gegenwärtig die hauptsächlichsten Platz 6für Zeugdruck in Deutschland, viele Fabriken liegen einzeln zerstr« 0 *'über fast alle Provinzen.

Die Schweiz weist schon ziemlich früh Druckereien auf, di 6erste wurde 1730 in Basel gegründet, von da zog sich diese Industn 6in den Canton Neuenburg, die Umgebung von Biel, nach Arau, Len*'bürg, Zürich. Alle diese Fabriken, die zu Ende des vorigen Jab 1 "'hunderts und bis gegen das Jahr 1840 in grosser Bliithe und sehr v etbreitetem Rufe standen, sind nun eingestellt. Erheblich wird no cgegenwärtig Zeugdruck betrieben in dem Canton Thurgau, amchersee, im Canton Glarus und minder bedeutend im Canton *'Gallen. ^

Belgien hat mehrere Kattundruckereien in Brüssel, Allost unGent, auch in Holland (Harlem) befinden sich einige. NamhaiZeugdruckereien finden sich in Norditalien in und bei Intra®Langensee, ferner in der Umgegend von Neapel. Spaniens hnOpsächlichste Druckereien finden sich in Catalonien. Russland Dseine hervorragenden Druckereien in Moskau, Zarewa und Petersbu e

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Hülfsmittel für dZeugdruck zweien ganz verschiedenen Gebieten zu entlehnen sind, u‘man zu scheiden hat in mechanische und chemische OperationVon beiden kann hier nur Grundzügliches gegeben werden, da J eEingehen in Einzelnheiten viel zu grossen Raum erfordern würde- ^

Die mechanischen Arbeiten haben wesentlich den Zweckgenauen und möglichst schnellen Auftragens der Farben selbst 0der zum Färben vorbereitenden Substanzen, der sogenannten B® ^auf die glattgespannten Stoffe. Ein erstes Erforderniss hier® 11dass die Farben oder Beizen, um das Zerfliessen zu vermeiden, e ^ everdickt seien. Von den Verdickungsmitteln wird weiter unt;el j e j c bt

Rede sein.

Eine andere Bedingung ist die, dass die Zeuge g e “ ^teseien (siehe Bleichen), wenn nicht auf vorher gefärbte und ungebl® ^Stücke gedruckt werden soll. Drittens ist nöthig, dass die Ob® r fa-der-Stücke, wenigstens für Kaliko- oder Indiennedruck glatt nlC g. a rnserig oder flaumig sei. Zu diesem Ende werden die aus dem ßt therausgekehrten Faserenden entweder mit einer Maschine abge soder weggesengt, was durch rasches Hinwegziehen über eine g j e oschwachglühende Blechfläche, oder einen Flammenstreif brenLeuchtgases geschieht.