Zuckerfabrikation. 1127
den die eigentliche Zuckerausbeute so sehr benachtheiligenden Salzenm der Scheidung so gut wie nichts entfernt.
Da nicht unbedeutende Mengen Kalk-in den Saft kommen, so ist esVon Wichtigkeit, dass der Kalk möglichst rein namentlich frei von Gypsand von Alkalien sei. Ist letzteres nicht der Fall, so muss er vorherz u Milch gelöscht und nach dem Absetzenlassen das überstehende dielöslicheren Bestandteile (Alkalisalze u. dgl.) enthaltende Wasser mehr-mals abgegossen werden, so dass nur gereinigter Kalk zur Anwendungkommt. Bei sehr unreinem Wasser kommt auch durch dieses eine merk-bare Menge fremder Bestandtheile in den Saft, so dass möglicherweise dergeschiedene Saft relativ salzreicher als der ursprüngliche Rübensaft ist.
Nachdem der klare Saft unter der Schlammdecke und über dema m Boden sich absetzenden Niederschlag aus den Scheidekesseln ent-fernt ist, wird der schlammige Rückstand ausgeschöpft und daraus so-V| el wie möglich der darin enthaltene Saft gewonnen. Man bringt ihndazu in leinene Säcke — Schlammbeutel —- und presst diese sehr lang-S:, m und mit nur allmälig steigendem Drucke möglichst aus, wobeider Saft ziemlich klar in den Sammelkasten abläuft. Es bleibt immer11 °ch viel Saft in dem ausgepressten Schlamm zurück und man hat sich®of die verschiedenste Weise bemüht, eine vollkommenere und wenigerumständlichere Schlammextraction zu bewirken; vielfach kocht man denSchlamm wiederholt mit Wasser aus und nimmt die letzten verdünntenLösungen wieder zu neuem Schlamm. Obwohl man nach dieser Me-rode allen Saft gewinnen kann, so findet man sie doch ihrer Umständ-lichkeit wegen nur selten angewandt. In jüngster Zeit sind verschie-dene Apparate zur vollkommenen Extraction des Scheideschlammes, so-genannte Filterpressen, entstanden. Es ist von grosser Wichtigkeit, diegrossen Schlammquantitäten, welche einige neuere Scheidemethoden(s- unten Nachtrag) bedingen, besser als bisher zu entsaften.
Die Säfte aller Extractionsarten werden auf die gleiche WeiseSeschieden ; nur derjenige der trockenen Maceration kommt in Folgeder hohen .Temperatur und des Kalkzusatzes schon geschieden in dieScheidepfanne. Er wird hier indessen bis zum Aufkochen erhitzt undder dabei an die Oberfläche kommende Schlamm abgeschöpft u. s. w.
Der Scheideschlamm findet als Dünger namentlich für Rübenfel-der eine gute Verwendung; er enthält, wie schon aus der Alkalität des' cheidesaftes folgt, den grösseren Theil des angewendeten Kalkes.
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ßi' im Scheidesaft befindliche Kalk ist an Zucker gebunden, die Al-
f r . n d es Rübensaftes in Folge des Kalkzusatzes grösstentheils imden Zustande vorhanden.
Vielfache Zusätze sind bei der Scheidung in Vorschlag gebracht,r ' U(; h mancherlei Veränderungen in der Anwendung des Kalkes selbstVer sucht worden 3 ). Auf letztere kommen wir weiter unten noch zurück ;2° n er steren sei hier nur das Chlorcalcium erwähnt, da alle anderen'•Sätze keine dauernde Anwendung gefunden haben. Das Chlorcal-Um 2 ) jjQgk j n manche Fabriken in Anwendung, obwohl manch in vielen anderen davon wieder zurückgekommen ist, dem Safte
, . • W „„wie über Sie Wirkung einer Er-
*) U. A. von Maumene; man sehe hierüber Joum Bd . CLXVIj
hung des Kalkzusatzes bei der Scheidung. _ 2) jfon sehe hierüber
^•*33; Jahresber. f. Zuckerfabrikation Bd. I u * ’ »og 1855.
^ e itschr. d. Ver. f. Rübenäuckermdustrie, Bd. V,