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Neunter Band.
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1128 Zuckerfabrikation.

ein zerfliessliches Salz zuzusetzen, welches nirgendwo in der Fabrika-tion wieder entfernt wird, und dessen Vorzüge noch zweifelhaft sind.

Das Verfahren Rousseau’s, welches in der Scheidung mit Gyp sund darnach folgender Behandlung des Saftes mit Eisenoxydhydrat be-steht, hat sich in keiner Weise bewährt 1 ).

Es lässt sich jedenfalls nicht in Abrede stellen, dass der Zuckerfabrikation durch ein Verfahren, welches eine vollständigere. Ab-scheidung des Nichtzuckers bewirkte, als dies bei der gewöhnlichenScheidung möglich ist, ein sehr grosser Dienst geleistet werden würde,bis jetzt aber haben alle dahin zielenden Vorschläge nicht vermocht,die Scheidung anders zu modificiren, als dass sie auf eine Vermehrungdes Kalkzusatzes hingewirkt haben.

Der geschiedene Saft wird nun, ehe er durch Kochen concen-trirt wird, weiteren Reinigungen durch die Saturation und die FH'tration unterworfen. Er muss hierzu mindestens einmal, meist abermehremale aus dem unteren Theile der Fabrik nach dem oberen g e 'hoben werden. Man bedient sich dazu der unmittelbar angewandtenDruckkraft des Dampfes und der Montejus oder Safthebers hwelche sich überall in Zuckerfabriken finden, wo heisse Säfte gehobenwerden sollen; kalte Säfte und Syrupe hebt man auch wohl durcPumpen; die Anwendung von comprimirter Luft hat noch wenig Ei»'gang gefunden.

Der Scheidesaft (von grünen Rüben) enthält ungefähr 1 ^ des z ulScheidung angewandten Kalkes; der Kalkgehalt wechselt zwischen 0,und 0,2 Proc. und ist sehr verschieden je nach Rüben, Scheidungi Eo»'centration u. s. w. 3 ). Man fällt davon etwa die Hälfte durch Kohle 11 'säure bei der Saturation aus; dadurch erwächst der Vorth eil, ^ a99die Knochenkohle beim Filtriren nicht so sehr mit Kalk beladen WW ’und daher später nicht so stark mit Säuren behandelt zu werden brauchtdass sie ferner mehr entfärbend wirken kann, und dass endlich die Säfl®vom Filter weniger alkalisch ablaufen, mithin auch neutraler zum Ve f 'kochen und zum Krystallisiren gelangen, was deshalb wünschenswert^ist, weil zu kalkhaltige Säfte sich nicht gut kochen und langsamer 1111weniger vollkommen auskrystallisiren. Wollte man aber eine derartig®Entkalkung durch Knochenkohle allein erreichen, so würde man ein®allzugrosse Menge davon verwenden müssen. Dazu kommt, dass durc* 1Kohlensäure mit dem Kalke noch eine wenn auch geringe Menge frei»'der Stoffe, namentlich Farbstoff ausgefällt wird. Man kann wohl sag eD )dass nur durch Einführung der Saturation die Vortheile der mögli® 119starken Scheidung erreichbar geworden sind 4 ). Man stellt die Kohle»'säure auf dreierlei Weise dar, nämlich durch Zersetzung von Kreide od erKalkstein mit Salzsäure, durch Verbrennen von.Kohks oder Hol 2 'kohlen, oder durch Brennen von Kalkstein in Oefen. Eine vierte M e 'thode, die Zersetzung von Kalkstein in eisernen Retorten durch übet'

) Untersuchungen und Besprechungen über dieses Verfahren s. im Jahresber-f. Zuckerfabrikation Bd. I u. II, S. 294 ff. - 2) Siehe die Beschreibung und Ab-bildung m Otto’s Lehrb. d. landwirthschaftl. Gewerbe, 5. Aufl. 1862, S. 194, Fig-— 3 ) Die Angaben über den Kalkgehalt beziehen sich in der Regel nicht auf demwahren durch Fällung ermittelten Kalkgehalt, sondern auf die aufKalk berechnetealkalimetrische Anzeige. Der wahre Kalkgehalt ist bald etwas höher bald etwa 9niedriger. — 4 ) Michaelis, Rousseau, Kleeberger und Kindler haben sichbesonders um die Saturation verdient gemacht.