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Neunter Band.
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1142 Zuckerfabrikation.

die Ausführung der Kohlenwäsche, wie sie mit der Hand geschehenwürde, auf mechanischem Wege nachahmt.

Von den neuerdings in Vorschlag gebrachten Methoden der Kno-chenkohlen - Wiederbelebung haben wir nur derjenigen zu gedenken,welche das Glühen durch eine Behandlung mit kohlensaurem oderkaustischem Natron ersetzen sollte.. Sie fand eine Zeit lang viel An-klang, ohne sich jedoch dauernde Aufnahme zu verschaffen. Die Un-tersuchungen über diese Methoden haben ihre Mangelhaftigkeit in mehrals einer Beziehung nachgewiesen ®). Die übrigen Vorschläge zu ähn-lichem Zweck verdienen keine Beachtung.

Es ist schon oben bemerkt worden, dass verschiedene VerfahrungS'weisen angegeben worden sind, welche dahin zielen sollen, die An-wendung von Knochenkohle, welche unbestritten grosse Kosten undviel Arbeitsaufwand verursacht, zu beseitigen oder doch zu vermindernund wir haben schon eines der betreffenden Verfahren näher besprO'chen. Es ist an dieser Stelle noch des Verfahrens von Pesier 2 * )Erwähnung zu thun, bei welchem die ganze Filtration beseitigt unddurch die Behandlung der Säfte mit Spiritus ersetzt wird. De®Bübensaft wird wie gewöhnlich geschieden, klar abgezogen, einige Zei*gekocht, dann theilweise mit Kohlensäure saturirt. Nach einigen M 1 'nuten Ruhe decantirtman und concentrirt den Saft auf 27 bis 28° Baum®'Hierauf wird er mit seinem dreifachen Volum Alkohol von 90 Pro®-gemischt, wodurch der grösste Theil der Salze Pektin u. s. w. al 9ein schwärzlicher dicker Niederschlag gefällt wird, während de®Zucker in der hellen und wenig gefärbten Flüssigkeit gelöst bleibt-Diese wird der Destillation unterworfen und so der Alkohol für <h e 'weiteren Operationen wieder gewonnen. Der zurückbleibende Sy®°Pwird direct oder nach einer geringen Filtration verkocht. Es werde®von Pesier noch einige unwesentlichere Abweichungen bei der Sehe 1 'düng und bei der Saturation in Vorschlag gebracht und ein besondere®ganz verschlossener Apparat, der in der angegebenen Quelle beschrie'beri und abgebildet ist, zu allen Operationen mit Spiritus benutzt.

Der nach mehreren Fällungen erhaltene schleimige Niederschlagwird mit Alkohol ausgewaschen,- dann mit Wasser verdünnt und eiri'lieh in einem besonderen Kessel abdestillirt. Der Rückstand von di e "ser Destillation wird als Melasse verkauft, die-in den Brennereien V er 'brauchte wird. Sie soll 3bis4Proc. des in Arbeit genommenen Zucke® 9und verhältnissmässig mehr Salze als die gewöhnliche Melasse enthalte®'

Man gebraucht zu einer täglichen Verarbeitung von 100000 KiloS*'Rüben ein laufendes Quantum von 75 Hectoliter Alkohol; sttiudli®!kann man leicht 21 Hectoliter wieder condensiren und verliert dah eltäglich 80 bis 100 Liter. Dieser geringe Verlust, der allein die M&Blichkeit der ganzen Arbeit bedingt, wird durch die vollkommene C°®"struction des ganzen Apparates herbeigeführt.

Man soll ohne Knochenkohle einen sehr schönen Zucker erb®ten, dessen Qualität durch eine geringe Menge von Knochenk 0 ®!noch verbessert werden kann. Das Verfahren soll bereits in mehrere®

®) Dingler’s polyt. Journ. Bd. CLXI, S. 141; Bd. CI.XVI, S. 291; Jahresber-f. Zuckerfabrikation, Bd. I u. II, S. 356 u. S. 361.

2 ) Bulletin de la societe d’encouragements, August 1862, S. 449; Dingler’s P° T“

Journ. Bd. CLVT, S. 366; Jahresber. f. Zuckerfabrikation, Bd. I u. II, S. 287.