Zuckerfabrikation. 1145
^rad der Dichtigkeit der Apparate und das richtige Verhältniss allerIheile Einfluss auf die Druck- und Temperaturunterschiede, mithin aufdie Schnelligkeit der Verdampfung, und endlich ist nicht zu vergessen,dass die Incrustationen, welche die Wandungen der Siederöhren all-•fiälig überziehen und die namentlich bei gypshaltigem Wasser nurMühsam und unvollständig zu entfernen sind, durch Verringerung der^ ärmeleitung dem Kochen hinderlich sind.
Was die Entscheidung darüber betrifft, ob man besser drei oderzwei verbundene Apparate benutzt, so ist diese vom theoretischenStandpunkt natürlich leicht zu fällen, da drei Apparate mit derselbenStenge Maschinendampf mehr Saft zu verkochen gestatten, als zwei;'^dessen reicht diese Rücksicht nicht immer hin, um sich in der Praxisallein darnach richten zu können; hier sind noch andere Gründe indie Wagschale zu legen. Wir müssen uns hier darauf beschränken,a 'if die Hauptpunkte aufmerksam gemacht zu haben und können nichtüäher auf die Einzelheiten der AVirkungsweise und Construction dieserausserst sinnreichen und wichtigen Apparate eingeheu '). Wir haben nur°och her vorzuheben, dass das hier in Anwendung gekommene Princip derBenutzung von Retour-(Maschinen-)Dampf zum Eindicken der Dünn-®äfte eines der fruchtbringendsten in der Zuckerfabrikation ist, indemn ur allein in Folge seiner Anwendung die Verarbeitung sehr verdiinn-^ er Säfte und somit eine vollkommnere Saftextrahirung ermöglichtWorden ist. In den meisten Fabriken reicht der von den Maschinenkommende Dampf vollkommen aus, um allen Diinnsaft in Dicksaft zuv erwandeln, und nur wo besondere Umstände, wie namentlich die8l ch rasch bildenden Incrustationen, die sehr weit getriebene Absiis-®^ng der Filter u. A. dazu nöthigen, wird eine gewisse Menge directerEmmpf hinzugenommen.
Man pflegt endlich auch die AVärme des heissen Wassers, welches’Kose und die Vacuumapparate durch die Condensirung des Dampfeskeim Einspritzen liefern, nochmals auszunutzen, indem man dieses^ondensations wasser durch eine Pumpe nach einem hoch gelegenenBehälter schafft und von hier aus wenigstens die Tücherwäsche und dieKohlenwäschen mit ihrem Bedarf versieht.
Statt der meist üblichen sogenannten nassen Luftpumpen kann^n auch „trockene“ anwenden, bei welchen der Condensator eineSolche Stellung und Einrichtung hat, dass das Wasser von selbst ab-a 'osst, die Pumpe also nur dazu dient, um die mit dem Wasser oders °nstwie in den Apparat eindringende Luft fortzuschaffen. Man be-darf dann für diese Pumpe natürlich einen viel geringeren Kraftauf-wand und vermindert durch die hohe Stellung des Einspritzrohrs und*l er dorthin führenden Dampfleitung aus dem Kochapparate die Gefahrc * es Mitüberspritzens von Saft sehr erheblich. Zu diesem Zweck mussnur der Condensator so stehen, dass das Rohr für das zu entfernende^•Tme AVasser eine Höhe von etwa 36 bis 38 Fuss erhält; dieses Rohrs ^ e ht unten in einem kleinen Wasserbecken und stellt somit einen Was-®® r barometer dar, aus dessen unterem Becken das oben zukommendea sser fortwährend abfliesst.
—_ Pas E intreten des Dünnsaftes (in Folge der Luftleere) in den er-
„ . *) Eine ausführliche Besprechung und specielle Erörterung der theoretischenp r , p ra ^tisch en Verhältnisse derselben enthält das Werk von Walkhoff: dertische Hübenzuckerfabrikant. Braunschw. Friedrich View eg u. Sohn.