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Neunter Band.
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1162 Zuckerfabrikation.

nen Messers ein oder mehre Male während des Erkaltens geschieht.Meist lässt man die am Tage gefüllten Formen über Nacht in der Füll'Stube stehen und hebt sie dann am anderen Morgen mittelst eines Pater-nosters auf die „Böden“, wo sie auf Stellagen aufgestellt werden (di 6früher für die einzelnen Formen benutzten Pötten (Töpfe) von gebrann-tem Thon sind fast ganz ausser Gebrauch gekommen), nachdem manvorher die Leinwandstöpsel entfernt und das Abfliessen des Syrups durchEinstechen mit einem spitzen Eisen durch die Oeffnung erleichtert hat-Die Stellagen erstrecken sich mit ihrer Länge durch nahe die halb®Breite der Böden, so dass ein Gang in der Mitte frei bleibt; ihreBreite wird so getroffen, dass man von beiden Seiten die in der Mittestehenden Brode bequem erreichen kann. Man macht sie aus Holz-leisten mit passenden Oeffnungen, so dass die Brode darin senkrechtund frei stehen, oder aus Eisen, in allen Fällen mit darunter liegendenRinnen oder flachen Schalen zum Ansammeln und Ableiten des Syrup 3 »der dann in verschiedenen Sammelrinnen in Behälter geleitet wird.

Wenn der Syrup aus der erkalteten Masse etwas abgezogen ist,wird die oberste Schicht des Zuckers mittelst einer kleinen Hacke ab-gehackt oder abgekratzt, so dass ein völlig ebener Boden des Brode 3entsteht. Das so gebildete Zuckermehl wird dann wieder auf das Brodgegeben und mittelst einer runden Scheibe fest und gleichmässig ange-drückt. Nach einer bestimmten Zeit folgt nun das „Decken“ d. h.das Ver-drängen des in den Broden vorhandenen sogenannten grünen Syrups durchmehrmaliges Aufgiessen von langsam eindringendem reinen farblosenSyrup, dem Deckklärsel auch Deckkläre Clairce genannt.

Die Art, wie man diese reine Lösung darstellt, sowie die Ausfüh-rung des Deekens ist in den verschiedenen Fabriken verschieden. 1°einigen werden nur Wasserdecken angewandt, deren erste darin be-steht, dass man den abgekratzten Zucker mit reinem Wasser anrührtund als Brei wieder auf das Brod giebt; die späteren Decken erhaltman dann durch Anrühren von feingepulvertem vollkommen reinen 1weissen Zucker mit so wenig Wasser, dass noch ein Theil Zucker un-gelöst bleibt, und ein Krystallbrei entsteht, aus dem die Lösung so cofl"centrirt in das Brod eindringt, dass man’ sicher sein kann, dass vondiesem nichts aufgelöst wird. Den erforderlichen weissen Zucker ver-schafft man sich theils aus dem Abfegsel der fertigen Brode (s. S.

Note) theils durch Zerstossen von fertigen weissen Broden, theils durchdie Herstellung eines sehr reinen weissen Rohzuckers. Zu letztere 1 ”Zweck wird Zucker von schönster Qualität nochmals mit wenig Wassc r(oder einem etwas verdünnten reinen Syrup) angerührt, gemaischt, ccu-trifugirt und gedeckt, oder man benutzt auch die Nachproducte d eIRaffinerien (die später ablaufenden reinen Syrupe), um daraus Baster 11zu kochen, die entweder nach dem Ablaufen oder nach dem Dech e ”mit reinen Syrupen zerkleinert, oder vorher mit wenig Wasser eing®'maischt, centrifugirt und mit Wasser oder Danlpf gedeckt werden.

Uebrigens sind in den verschiedenen Fabriken sehr verschied® 0 ®Manipulationen zur Darstellung vonDeckzucker im Gebrauch. Wird kei* 0 -Wasserdecke angewendet sondern nur eigentliches Deckklärsel, so 'Virder Deckzucker heiss zu einer so eonceutrirten Lösung aufgelöst, da ä *diese nach dem Erkalten Zucker weder auflösen kann, noch freivvilheabscheidet, diese Lösung bisweilen nach dem Klären mit Blut übe*zwei verbundene Kohlenfilter filtrirt und nur vor dem Gebrauch er