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1172 Zuckerfabrikation.

die Rede sein kann, so ist doch hier noch zu erwähnen, dass grössei**Mengen Zucker auf einfache Weise ans Ahornsaft, aus Sorgho unaus Palmensaft besonders für den Localgebrauch dargestellt werden.

Die Gewinnung des Zuckers aus Ahorn findet in einigermaassenbedeutender Ausdehnung hauptsächlich in Canada und zwar schon seitsehr langer Zeit statt. Die Bäume, welche dort ausgedehnte Wald'bestände ganz oder zum Theil bilden, werden zur Zeit des Frühjahr-safttriebes von wandernden Zuckersiedern angebohrt, der Saft in unter-gehängten Gefässen aufgefangen und unmittelbar verkocht J ). D> eSmuss möglichst schnell geschehen, da das längere Stehenlassen desSaftes dessen Verdhrbniss veranlasst. Wenn der Syrup vom Rüh r "scheit in dicken honigähnlichen Tropfen abflie3St, giesst man ihn durchein hölzernes Sieb in ein Gelass, worin man ihn 8 bis 10 Stundenlang absetzen lässt. Dann klärt man ihn mit etwas Eiweiss, kochbschäumt ab und verkocht rasch bis zum Krystallisirpunkte 2 ).

Das Sorgho (Holcus saccharatus ) oder Kao-lin, auch chinesische^Zuckerrohr genannt, wird behufs der Zuckergewinnung wohl nur 1°Amerika angebaut. So viel diese Pflanze auch von Frankreich afl sals Zuckerpflanze angepriesen worden ist 8 ), so dürfte sich doch di efabrikmässige Verwendung derselben in Europa bei der Unsicherheitder Ernte völlig reifer Pflanzen (als der allein zur Zuckergewinnungbrauchbaren) auf die Darstellung von Spiritus beschränken (vergh ^Art. Bd. VIII, S. 68).

Nach den Nachrichten aus Amerika 4 ) erhält man daselbst 57 Pr° c 'Saft und 43 Proc. Bagasse aus dem Sorgho. Der Saft, der bei de rreifen Pflanze keinen Fruchtzucker enthalten soll, muss durch K a * Ktheilweise neutralisirt und während des Kochens geschäumt werde 11 'Man filtrirt ihn dann durch Leinen und erhält schon während des Ver-dampfens (auf freiem Feuer) Zuckerkrystalle. Nach 12 Stunden g e 'steht die ganze Masse zu krystallisirtem Zucker. So günstige Resul-tate sind namentlich mit neuerdings angebauten Varietäten des Sorgh° äerzielt worden, dessen Saft 78,94 Proc. Wasser, 10,22 Proc. löslich eStoffe (wovon 9,5 Thle. Rohrzucker) enthielt.

Das Rohr soll ungefähr eben so viel Zucker wie die Runkelrüh eliefern, und zwar lauten die Angaben auf 1466 Pfd. Zucker und 74 Gal-lonen Melasse auf 18000 Stück Pflanzen. Die Melasse soll zum C° nsum tauglich sein. Es scheint, dass zwar die Verarbeitung desSorgl'° sin ziemlicher Ausdehnung stattfindet, dass aber von einem ei gentlic h fFabrikbetriebe noch nicht die Rede sein kann. Ohne Zweifel aber gi e ^es in Amerika ausgedehnte Ländereien, welche zur Zuckerrohrculh 1 *nicht brauchbar sind, aber zum Anbau von Sorgho vielleicht abwe cselnd mit der Runkelrübe günstige Lage und Beschaffenheit hab e ®Dabei deutet die Reinheit des Sorghosaftes und dessen leichte Kryst* 1sirbarkeit vorzugsweise auf kleineren Gewerbebetrieb hin.

Endlich wird aus dem Saft der Bliithenkolben mehrerer Palm 6 ”,arten der Palmenzucker oder Jagrozucker ( Jaggery )

zwar vorzugsweise in Indien und dem indischen Archi r _.. _

oder gleich nach der Bliithenzeit bohrt man die Stämme der Bä' 1111

!) Neuestes hierüber s. im Scientific American 1863, Nr. 11. _ *) Vcr ”. l '- t e-

Art. Ahorn zucker 2. Aufl. Bd. I, S. 383. — *) Ausfuhr], Angabe über die .ratur s. in Wagner’s Jahresber. d. ehern. Technologie 1868, S. 322 ff. n- ’

1869, S. 368; 1861, S. 429. — 4 ) Scientific American 1863, Nr. 10 ff.

gewonnen,ml. Tm Anf» 08