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Neunter Band.
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Zuckersäure. — Zuckersaure Salze. 1187

nähernd der Formel Ba O. C 8 H 3 0 5 entspricht. Concentrirte Schwefel-säure zersetzt die Zuckersäure unter Entwickelung von schwefliger Säure.Beim Erhitzen mit Braunstein und Schwefelsäure giebt sie KohlensäureUnd Ameisensäure. Wässerige Zuckersäure oder neutrales zuckersauresKali reduciren selbst beim Kochen das salpetersaure Silber nicht; beiZusatz von Ammoniak erfolgt die Reduction in der Kälte langsam, beimErhitzen überziehen sich die Wände des Gefässes schnell mit einemSilberspiegel. Die Zuckersäure erleidet beim Kochen mit wässerigemKali keine Veränderung, beim Schmelzen mit Kalihydrat bildet sich°xalsaures und essigsaures Salz: C 12 HioOie = 2 C4H4O4 C4ll 2 0 8 .Loch zeigt sich beim Uebergiessen der Schmelze mit Schwefel-säure auch der Geruch nach Buttersäure neben dem der Essigsäure.Zuckersäure mit Kalk neutralisirt verändert sich in Berührung mit Ca-sein kaum; Bernsteinsäure scheint sich hierbei nicht zu bilden (Des-saignes). Fe.

Zuckersäure. So ward früher die aus Zucker mittelst Sal-petersäure dargestellte Oxalsäure genannt.

. Zuckersaure Salze, Sacharate. Die Zuckersäure wirdgewöhnlich als zweibasische Säure angenommen; sie bildet dann neu-rale Salze 2 MO . C^flaOu und saure Salze MO . HO . C 12 H 8 0x4;nach Heintz ist sie eine sechsbasische Säure = 6 HO . Ci 2 H4Oi 0 ;in den Salzen ist das basische Wasser mehr oder weniger vollständigdurch Metalloxyde ersetzt; es ist aber nur ein Salz bekannt, wo allesWasser durch Metalloxyd ersetzt ist = 6 MO .C 12 H 4 O 10 . Die Zucker-säure neutralisirt die Basen und zersetzt die kohlensauren Salze. Dieneutralen Salze der Alkalien reagiren neutral, sie sind leicht löslich,Kali und Ammoniumoxyd bilden ähnlich wie mit Weinsäure in Wasserschwerer lösliche saure Salze; die neutralen Salze der Erdalkalien sindschwer löslich in Wasser, leichter löslich in Säure auch in Zuckersäure.-Kuch die Erzmetalloxyde bilden meist schwer lösliche Salze, welchedurch doppelte Zersetzung erhalten werden, häufig in Flocken, die nachdem Kochen mit Wasser zuweilen erweichen und zusammenbacken, zu-weilen ein krystallinisches Pulver bilden. Die Zuckersäure bildet mitEisenoxyd und anderen Metalloxyden und den Alkalien Doppelsalze,Welche durch Alkalien nicht gefällt werden; Zuckersäure verhindertdaher die Fällung solcher Metalloxyde durch Alkalien.

Zuckersaures Aethyloxyd: 2 C 4 H s O . Ci 2 H 8 0 i 4 . Diese Ver-bindung wird erhalten durch Einleiten von Salzsäuregas in eine Lösungv on Zuckersäure in absolutem Alkohol bis zur Sättigung; die Flüs-s >gkeit wird mit kohlensaurem Natron gesättigt und mit Aether aus-gezogen, nach dessen Verdunsten unreiner Zuckersäure-Aether als bitterSchmeckender Syrup zurückbleibt.

Der reine Aether wird am besten aus seiner Verbindung mitChlor-calcium (s. unten) abgeschieden, indem die Lösung der Verbindung inWenig Wasser mit Alkohol und dann mit concentrirter Lösung vonschwefelsaurem Natron versetzt wird; das Ganze wird im Vacuum überSchwefelsäure möglichst schnell zur Trockne verdunstet, der Rück-wand mit wenig absolutem Alkohol übergossen und dann mit viel Aether^ermischt. Die abfiltrirte Lösung rasch unter der Luftpumpe überSchwefelsäure verdampft hinterlässt reinen Zuckersäureäther als farb-

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