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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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erblickte etwas Glänzendes, betrachtete den glänzenden Körper näher, getraute sich abernicht, ihn anzurühren, sondern rief auch seine Cameraden hin. Sie traten beide hinzu, undals der eine das glänzende Ding berührt hatte, rollte ein mit rotlien Steinen besetzter,runder und etwas erhobener Körper (G. XI. 127.) hervor. Als sie diesen erblickten, fingensie auch mit den Händen an zu wühlen, und fanden mehrere goldene Stücke nebst einigen

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Scherben eines ungebrannten irdenen Gefässes, iu welchem vielleicht die Schätze verbor-gen waren. Die Knaben, unbekannt mit dem Werthe der gefundenen Gegenstände, leg-ten sie wieder zurück, wie sie solche gefunden hatten, und behielten davon bloss die Kette(G. I.). Mit dieser Kette ging der grössere Knabe in den Marktflecken, um seine Ver-wandten davon zu benachrichtigen, während der kleinere bei dem Orte zurückblieb. ZweiAnverwandte kamen dahin, bargen sich in ein Gebüsch und liessen von den Knaben die Sa-chen wieder hervorholen. Sie nahmen dann die Schätze zu sich, trugen sie herum, zeigtensie Anderen und verkauften davon. Endlich brachten die Finder Stücke zu den SalzbeamtenPaul Peterszky und Franz Lippert, welche sie, weil sie die betreffenden Gesetze kann-ten und wussten, dem Kaiser dürften diese Gegenstände angenehm sein, in Empfang nah-men und nach Ofen sandten, und so kam dieser Fund nach Wien. Die beiden Beamtenkonnten drei Stücke nicht erlangen, welche der Vicegespan an sich brachte; eines davonerhielt der Gouverneur von Siebenbürgen, Graf Bänffi, einen Valens von 60 Ducaten, unddie zwei anderen Stücke, von ungefähr dem inneren Werthe wie der Valens, sind eben-falls nicht Melier gekommen *)

Auch in Unter-Österreich wurden zu Atzgersdorf V. U. W. W. Gräber mit mensch-lichen Gebeinen und Schmuck in Gold und Silber 1845 entdeckt.

Leider geben die Acten keine Details über die interessanten Funde sowohl zuOptzropataka im Saroscher Comitate, wo die schöne Silberschale (S. HI.) und die gol-dene Torques und die übrigen Gegenstände CG. IX. S.) ausgegraben wurden * 2 ), als zuPetrianecz im Warasdiner Comitate, wo die goldenen Armbänder fG. XI.) mit den Medaillender römischen Imperatoren und die in Verzierungen gefassten Medaillen (G. XVII.) gefundenwurden. Merkwürdig sind die Fundorte der Gold-Torques CG- S. VIII. 277, 279) inÖsterreich V. U. M. B. und Czernowitz in Galizien.

Grosses Aufsehen erregte der, im Jahre 1771 zu Podmokl auf der, dem Für-sten Fürstenberg gehörigen, Herrschaft Pürglitz gemachte Fund. Diese Herrschaft liegtin Böhmen im Rakonizer Kreise, nahe an der Beraun, wo sich der Rakonizer, Beraunerund Pilsener Kreis berühren. Der Fund bestand in vielen keltischen Goldmünzen, mitunterauch Regenbogen-Scliüsselchen C scu tellae iridis) genannt. Mit denselben wurde eine, 4'/* Lothschwere goldene Torques gefunden 3 ). Das Bronze-Gefäss, worin die Münzen waren, scheintrömischen Ursprungs; die Schwanenhälse 4 ), in die der Tragring endet, ist ein häufiger

') Meine Bemühungen, diese Münzen zur Ansicht oder zu Kopien derselben zur Veröffentlichung zu erlangen, waren bisher vergeblich.

2 ) Der Director Abbe Eckhel schrieb 14. April 1791 nur Folgendes: »Im Monate April 1790 wurde zu Optzropataka ein wichtigesDepot von antiken Utensilien gefunden. Der reine Werth des Goldes betrug 2150 Gulden, den Ducaten zu 4 Gulden gerechnet; desSilbers 800 Gulden 45 Kreuzer; des Erzes 11 Gulden 36 Kreuzer. Es wurde gefunden auf dem Grunde des Herrn Anton Pechy. DieActen samrat dem Schatze wurden von der ungarischen Kanzlei dem Herrn Obrist - Kämmerer eingeschickt, bezeichnet theils mit 3157,theils mit 4213, 1791.

3 ) Adauct Voigt. Schreiben an einen Freund. Prag 1771. Beschreibung der böhmischen Münzen. I. 4786. 235240.

q Nicht Schlangen, wie Voigt 1. c. 7, 236 glaubte.

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