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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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Nach Cavedoni 0 wurden zu San Cesario im Jahre 1813, zu Collechio 1815, zuFrascarolo 1838, zu Fiesoie, zu Sta. Anna 1831 bedeutende Münzfunde gemacht, welcheHerrn Cavedoni Gelegenheit zu seinen gelehrten Abhandlungen gaben.

Zu Kis-Jenö im Arad er Komitate, auf einer Herrschaft des Erzherzogs Palatin,Wurden schöne Münzen von Philipp 11., von Alexander dem Grossen, von Lysimachus undSeleucus I., so wie dem Philipp nachgeahmte barbarische Münzen gefunden, von denen diemeisten in das k. k. Münzcabinett kamen.

Im Luxenburgischen sind 1843 im April 30,000 römische Kaisermünzen gefundenworden. Fast alle haben die Buchstaben der Münzstätte Trier P. T. A. (Percussus Treviro-rum Augustae); die meisten sind von Constantius und Constantinus, die übrigen von Maxi mi-nus, Licinius, Maxentius, Severus, Maximian und Diocletiaii

Einer der bedeutendsten Funde ist jener der Goldgefässe, welche zu Gross-St.Miklos im Banate ausgegraben wurden. Ein Bauer, Nera Vuin, grub die Gefässe im Hofeseines Hauses aus, als er beschäftigt war, eine Mauer zu errichten. Die Gefässe lagen nureinen Schuh tief und in keinem Behältnisse, sondern frei unter der Erde und zwar so, dassdie kleinsten unten, die grösseren oben, das grösste aber zu oberst war. Der Bauer ver-kaufte sie an zwei griechische Handelsleute, welche sie auf den Pesther Markt zum wei-teren Verkaufe mitnahmen. Diese machten dem Stadtrichter davon Anzeige, welcher hier-her berichtete, und Kaiser Franz befahl im September 1799 den gesammten Fund nachWien zu bringen.

Aus dem Funde scheint hervorzugehen, dass sämmtiiche Gefässe zum häuslichen Ge-brauche gedient haben. Das Gold derselben ist wie das Gold, aus dem die grossen Medail-lons des Kaisers Valens gemacht sind; die Randverzierung des grossen Gefässes ist der desOehres bei den Medaillen des Valens sehr ähnlich, so dass die Zeit ihrer Verfertigungentweder gleich oder doch nicht sehr entfernt ist. Die menschlichen und thierischen Gestal-ten sind sehr mittelmässig gearbeitet, besser die Verzierungen und Nebensachen. An man-chen waren in den vertieften Zwischenräumen dunkelblaue Pasten eingelassen. WederVorstellungen noch Schriftzüge haben ihres Gleichen. Es sind Elemente persisch-griechi-scher Mythologie und Ideen von barbarischen Völkern gemengt. Es ist weder das Volk,das die Gefässe machte, noch ob der Ort, an dem sie gefunden wurde, sie auch hervor-brachte , mit einiger Sicherheit auszumitteln 3 }.

Der andere wichtige Fund ist jener der goldenen Kette und der grossen Medaillonszu Szilägy-Soinlyö im Kraszner Comitate den 3. August 1797 4 }.

Zwei walachische Knaben, Peter Botscho und Simon Bohor, weideten 1797 zu Szi-lägy-Somlyö Ziegen auf jenem Abhange des Berges Magura, welcher gegen die Stadtgerichtet ist, und an dessen nördlicher Seite die walachische Kirche steht. Der Jüngere

') Saggio di osservazioni sulle Medaglie di Famiglie Romane. Modena 1829. Appendice al Saggio. Modena 1831.

) Seebode etc. Jahrbücher der Philologie 1842. 36. ß. 1. Heft. S. 114.

3 ) Hammer. Geschichte des osmanischen Reiches III. 726 erwähnt ihrer mit dem Wunsche der Bekanntmachung.

3 Szilägy-Soinlyö liegt in dem Striche Landes, welcher Hungarice: Szilägysäg, latine: Sylvania genannt wird, in Comitatu Kraszna.Dieses Comitat gehörte vor Alters sammt noch zwei anderen Comitaten Zaräiul und Szolnok zu Ungarn. Dieselben werden nochjetzt das Partium genannt. Partes scilicet Hungaricae Transylvaniae applicatae. Die Absonderung dieser Theile von Ungarn geschah unterden einheimischen siebenbürgischen Fürsten. Der Ort Sz. Somlyö ist ein Marktflecken, zwei Stunden von der ungarischen Grenze ent-legen. Diess schrieb Graf Dominik Teleky an Neumann.